Zwangsbeglückung für Topverdiener

Auf einer der letzten w&v-Ausgaben klebte eine Postkarte, die den Werbern unter den Lesern versprach “Wer RICH liest, kann sich Luxus leisten.” Denn RICH, “Deutschlands erstes Statusmagazin” wird nur an ausgewählte Top-Verdiener-Haushalte verschickt. Ob sie wollen oder nicht. Um möglichst viele Reiche zu erreichen, wird dann auch noch alle zwei Monate rotiert. Also bekommen ab September 100.000 Topverdiener jeweils zweimal eine Ausgabe von etwas, das sich wohl am besten als Einkauf aktuell meets Vogue beschreiben lässt, und dann sind die nächsten 100.000 dran. Laut RICH ist das “Limitierung als Vertriebskonzept”. Klingt ein bisschen nach Verknappung, um die Nachfrage anzukurbeln, aber nachfragen kann man ja nicht, RICH kommt oder kommt nicht frei Haus, nehme ich an - don’t call us, we’ll call you.

Und das alles, um Werbung für Luxusartikel an die zahlkräftige Zielgruppe zu bringen.

Aber wieviele der Bestverdienenden haben überhaupt Lust, ein Magazin zu lesen, dass sie gar nicht bestellt haben? Hofft die RICH Germany AG, dass sich der Topverdiener, dessen Haushälterin ihm das “Statusmagazin” mit der Post überreicht (falls sie es nicht vorher als Junkmail aussortiert hat), so freut, zu den Auserwählten der Republik zu gehören, dass er ganz feuchte Hände bekommt und begierig die Seiten nach Luxusgeschenktipps durchblättert? Ach, liebe alteingesessenne Hanseatenfamilien, tut mir das nicht an! Schenkt das Ding dem Personal, lest die Medien Eurer eigenen Wahl und lasst Euch nicht von einem so plump benannten Werbeumfeldblättchen verarschen.

Texte von Textferry.de

Quelle: RICH Germany AG, die das Bild so verstanden wissen möchte: “Das RICH-Magazin liegt auf dem Beifahrersitz eines edlen PKWs”