Writer’s Block? Writer’s Block!

Schreibblockaden sind unangenehm und frustrierend. Wenn man für Geld schreibt, können sie sogar teuer werden. In den meisten Fällen erzeugt eine drohende Deadline genug Druck, um die Blockade zu sprengen. Manchmal aber nicht. Und dann gibt es ja auch noch die Dinge, die man gerne schreiben möchte, auch wenn kein Kunde / Leser händeringend drauf wartet. Also muss Abhilfe her.

Jason Rekulak hat einen kleinen Klotz von Buch (Maße : 7,7 cm x 7,7 cm x 7,4 cm) “geschrieben”, denn er geistreicherweise “The Writer’s Block” nennt. Auf 672 Seiten gibt er einen Haufen jeweils sehr kurzer und dafür umso nützlicherer Tipps bzw. Anregungen. Mal sind es nur “Spark Words” mit passenden Fotos, mal mögliche Themen, mal kleine Anekdoten über die Schreibgewohnheiten berühmter Autoren und Autorinnen.

Nun mag ich eigentlich keine Schreibübungen à la “Stell Dir Deine Figur beim Waschmitteleinkauf vor” - welche Figur ist da ja oft schon die erste Frage, und die zweite, wie mich das Waschmitteleinkaufsverhalten dieser Phantomgestalt näher bringen soll. Ganz abgesehen von der dritten Frage, wozu ich eigentlich eine Figur brauche, also eine fiktionale jetzt, wenn ich doch eigentlich was ganz anderes schreiben will oder sollte. Aber Rekulak erspart seinen Lesern eben genau diese schreibkurstypischen Aufgaben und regt stattdessen die Fantasie an. Und wenn einem eine Idee nicht gefällt, blättert man eben einfach weiter zu irgendeiner anderen. Auch wenn ich oft überhaupt keinen seiner Tipps konkret umgesetzt habe, haben sie mich doch fast immer soweit abgelenkt, amüsiert oder sogar inspiriert, dass es erstmal wieder geklappt hat mit dem Schreiben.