Urheber- und Nutzungsrechte bei Harry Potter

Texter schreiben Texte im Auftrag für Kunden, die für die Texte bezahlen. Urheber der Texte bleibt jedoch der jeweilige Texter, der dem Kunden nur die Nutzungsrechte an den Texten verkauft. Der Kunde darf dann z.B. die Texte für seinen Internetauftritt verwenden. Nicht unbedingt aber für seine Unternehmensbroschüre. Oder umgekehrt. Das ist Kunden nicht immer leicht verständlich zu machen, aber es ist wahr. Man kann natürlich auch umfassende Nutzungsrechte für alle möglichen schon existierenden und eventuell noch zu erfindenden Medien verkaufen, nur ist das dann teurer.

Also ist das Urheberrecht wichtig für Leute, die von ihren Texten/Bildern/Musikstücken/etc. leben müssen oder möchten. Auf der anderen Seite gibt es die Bewegung, das Urheberrecht (Copyright) einzuschränken, um so dem Wissen und der Kreativität freien Raum zu lassen. Dieser Ansatz richtet sich allerdings weniger gegen die unveräußerlichen Urheberrechte einzelner Kreativer als vielmehr gegen Unternehmen, die einen Großteil des (pop)kulturellen Erbes unter Verschluss halten wollen. Um mal etwas Pathos in die Sache zu bringen. Und es gibt den Creative Commons-Ansatz: Künstler, Programmierer, Wissenschaftler, Schriftsteller etc. geben die Rechte an ihren Werken teilweise frei, um anderen die (Weiter)arbeit damit und daran zu ermöglichen und so kreative Gemeinschaftsproduktionen zu schaffen (extrem verkürzt ausgedrückt).

Warum ich das alles erzähle?

Texte von Textferry.de

Weil es einen interessanten Rahmen für diesen Ausschnitt aus dem neusten Harry Potter Band gibt, in dem es nämlich genau um die Erschaffung von vorher nicht Dagewesenem, um Auftragsarbeit und Besitzrechte geht (und ich hoffe mal, dass das Zitat hier unter die “fair use”-Regelung fällt):

“You don’t understand, Harry, nobody could understand unless they have lived with goblins. To a goblin, the rightful and true master of any object is the maker, not the purchaser. All goblin-made objects are, in goblin eyes, rightfully theirs.”
“But if it was bought—”
“—then they would consider it rented by the one who had paid the money. They have, however, great difficulty with the idea of goblin-made objects passing from wizard to wizard. You saw Griphook’s face when the tiara passed under his eyes. He disapproves. I believe he thinks, as do the fiercest of his kind, that it ought to have been returned to the goblins once the original purchaser died. They consider our habit of keeping goblin-made objects, passing them from wizard to wizard without further payment, little more than theft.”

(Rowling, J.K. Harry Potter and the Deathly Hallows. London: Bloomsbury, 2007, p. 418.)

Also vergeben die Goblins auch nur Nutzungsrechte. Keine Ahnung, zu was mich das nun macht, aber ich finde es interessant.