Unterhaltung zum Wochenende: quarterlife

Seit November gibt es eine Serie, die speziell fürs Web geschrieben und, soweit ich das als Nicht-Filmfachfrau beurteilen kann, ziemlich professionell produziert wurde. quarterlife läuft sowohl auf youtube als auch auf einer eigenen Website, und es gibt wohl auch eine myspace-Seite, nur leider finde ich myspace zu anstrengend, weswegen ich den Link nicht suchen werde. Es geht (der Name lässt es vermuten) um eine Gruppe von Mittzwanzigern, nicht ganz meine Altersgruppe also (ähem), aber wann hat das jemals jemanden vom Serienkonsum abgehalten.

Hier die Pilotfolge:

Interessant daran ist unter anderem, dass die Serie auch während des “writers’ strike” weiter produziert wurde (denn sie lief ja direkt im Netz und nicht im Fernsehen). Zwischendurch wurde sie von NBC ausgestrahlt, mittlerweile aber wieder abgesetzt, weil die Zuschauerquote zu niedrig ausfiel. Im etwas zahlenlastigen, aber trotzdem interessanten Adage-Artikel heißt es dazu, die niedrige Quote sei ein Indikator dafür, wie heterogen die Zielgruppe der unter-Dreißigjährigen zukünftig sein wird, denn im Netz hatte die Serie eine vergleichsweise große Fangemeinde. Im Netz erreicht sie natürlich auch viel mehr Leute, zum Beispiel mich, die ich kein NBC empfangen kann - ich frage mich manchmal, inwiefern die amerikanischen Medien diesen globalen Effekt des Netzes überhaupt in ihr Denken einbeziehen. Amerikaner scheinen da ja manchmal etwas austistisch zu sein.

Leuten unter 35 fällt es heute schon schwer, sich vorzustellen, wie das damals mit nur drei Fernsehsendern war (ich hab als Kind in den 80ern drei Jahre in Spanien gelebt, da gab es sogar nur zwei - eine ziemliche Folter vor allem während des Papstbesuchs!). Unsere Kinder werden es wahrscheinlich einmal seltsam finden, dass man nur dann eine bestimmte Sendung sehen konnte, wenn sie ausgestrahlt wurde. Finanziert wird/wurde quarterlife laut Adage durch Werbeverträge mit Pepsi und Toyota und wer weiß, vielleicht kommen ja auch noch andere dazu.