Ich finde Twitter total bescheuert

So, jetzt ist es raus. Ich kann mich noch an die Anfangszeit von Twitter erinnern. Damals dachte ich: Mann, wie bescheuert ist das denn. Dann habe ich ganz lange nicht darüber nachgedacht und nur am Rande zur Kenntnis genommen, wer alles twittert und was es alles für Twitter Clients und Widgets und hast-du-nicht-gesehen gibt.

Dann twitterte Don Draper, der Held von Mad Men. Und irgendwann, als Gott und die Welt schon lange, lange twitterten, legte auch ich mir einen Twitter-Account an. Als late, late, late adopter sozusagen.

Texte von Textferry.de

Was soll ich sagen: Mann, ist das bescheuert. Manche Leute haben ganz nette Gedankenblitze, das stimmt. Aber die meisten Leute twittern eben wirklich nur, was sie gerade so machen (Kaffee, arbeiten, Kind ins Bett bringen, einen Musiktitel nach dem anderen bei blip.fm suchen). Das ist nicht so richtig interessant. Vielleicht hab ich nicht die richtigen Leute verfolgt, aber es drängt sich mir doch der Verdacht auf, dass die interessanten Leute wahrscheinlich sehr viel mehr Zeit damit verbringen, sich interessante Ideen aus- und diese durchzudenken, als alle 3 Minuten ein neues Lied zu twittern.

Oder anders gesagt: Die meisten Leute, deren Tweets ich verfolgt habe und die ich persönlich kenne, sind in Wirklichkeit klug und interessant. Aber auch die interessantesten Menschen machen nicht den ganzen Tag lang interessante Dinge. Ich weiß, dass es vielen Leuten Spaß macht, Stimmungsschnappschüsse zu veröffentlichen und zu lesen. Mir nicht. So konservativ und unwebzwonullig das klingen mag: Ich lese lieber Texte, in denen ein paar Gedanken stecken. Und ich weiß: Ich habe Twitter einfach nicht kapiert.