Doonesbury. Eine Liebeserklärung.

Im sympathischsten Comicladen der Stadt habe ich heute den aktuellsten Sammelband des US-Comics Doonesbury von Gary B. Trudeau gefunden. Doonesbury ist in Deutschland weitestgehend unbekannt, was angesichts der sehr amerikaspezifischen Inhalte zwar kein Wunder, aber trotzdem schade ist.

Der Strip erscheint seit mittlerweile 37 Jahren täglich in den meisten großen und einer Reihe kleinerer amerikanischer und britischer Zeitungen und ist aus verschiedenen Gründen einzigartig:

Doonesbury ist eine einzigartige Chronik der amerikanischen Zeitgeschichte seit 1968. Wer wissen will, was mit Watergate los war, oder beim Savings&Loans-Skandal, oder wie noch mal dieser babyblauäugige Vize von Bush senior hieß, oder was die anderen Amerikaner, die den Antiamerkanismus nicht verdient haben, so denken, der sollte Doonesbury lesen. Man muss sich nicht durch alle 37 Jahre arbeiten (bei einem Strip täglich mit Unterbrechungen ein Kolossalunterfangen) und man sollte etwas Geduld mitbringen, um sich einzufinden, aber es lohnt sich auf jeden Fall.
Die Hauptfiguren sind Angehörige der Baby Boomer-Generation, die im Laufe der Jahre altern, heiraten, sich scheiden lassen, arbeitslos werden, in den Krieg ziehen, etc. Das ist selten in Comics, es bringt die Endlichkeit ins Spiel, die in den sonst sehr statischen Settings außen vor bleibt. Und es erlaubt Trudeau, immer aktuell zu bleiben.

Trudeau ist kein großer Fan der Bushs. Vielleicht schätzt er sie als Realsatire und Materialquelle. Dem neuen Band, Heckuva Job, Bushie! ist wie vielen anderen auch ein Bush-Zitat vorangestellt, in diesem Falle:

“Our enemies are innovative and resourceful, and so are we. They never stop thinking about new ways to harm our country and our people, and neither do we.”

Das erklärt doch einiges.

Texte von Textferry.de

Die tägliche Dosis Doonesbury gibt es hier (sollte es jedenfalls! Gestern gings, heute nicht). Die Bücher beim Comicladen Ihres Vertrauens oder bei amazon.