Blut ist dicker als Wasser

Ich mag Stöckchen nicht so gerne. Es muss am Namen liegen. Und daran, dass dabei immer eher, sagen wir mal: arbiträre Informationen erfragt werden. Aber wenn mir meine eigene Schwester eins hinwirft, renn ich trotzdem los - braver Hund.

Die Aufgabe also: Ich schlage ein in meiner Nähe liegendes Buch mit mindestens 123 Seiten auf Seite 123 auf, schreibe die Sätze 5-7 auf Seite 123 hier hin und fordere dann fünf andere nichtsahnende Seelen auf, es mir nachzutun.

Meinen spannenden Krimi hab ich leider schon durch, also schnappe ich mir jetzt ein vor mir stehendes Buch, dessen Titel mir vermutlich wieder viele enttäuschte einmal-und-nie-wieder-Besucher einbringen wird: More Sex Is Safer Sex: The Unconventional Wisdom of Economics, von Steven E. Landsburg.

Texte von Textferry.de

Auf Seite 123 steht da:

“Being human, they tend to take a special interest in their own students and are therefore tempted to give those students a boost at the expense of the anonymous strangers who signed up for someone else’s class. Besides, easy graders are more popular on campus. The costs of leniency - measured in lost reputation - are spread over the entire school, while the benefits are concentrated in the professor’s own classroom.”

Spannend, was? Wie gut, dass ich nicht gerade Auf der Suche nach der verlorenen Zeit lese. Aber das hat ja schon Jochen Schmidt öffentlich getan. Außerdem lese ich dieses Buch auch gar nicht, es stand nur in der Nähe. Vielleicht sollte ich.

Ganz abgesehen davon ist es hier wie es schon immer war mit Kettenbriefen: Bis ich dran bin, haben alle schon und ich finde keine fünf Leute, die nicht gleich müde abwinken. Dann hab ich das Gefühl, überhaupt keine Freunde und/oder Bekannten zu haben und komplett unbeliebt zu sein. Bevor ich darüber zu eingehend nachdenke, betrachte ich das Experiment lieber als beendet.