Bloggen für Introvertierte

Bloggen schafft Öffentlichkeit, verbindet, eröffnet Diskurse und Dialoge, lässt Blogautoren und Kommentatoren in Kontakt treten, ist ein guter Weg, Informationen und Meinungen zu verbreiten und überhaupt sehr sozial im Sinne von Gemeinschaft-stiftend.

Aber angenommen, man will das alles nicht? Weil man nicht zu allem, was man schreibt und denkt, gleich die Meinung anderer Leute hören will oder weil man lieber von Angesicht zu Angesicht kommuniziert oder weil man schüchtern ist oder misstrauisch oder nicht an die Intelligenz der Massen glaubt?

Auch Introvertierten, Misanthropen und anderen, die einfach nur mal in Ruhe nachdenken wollen, bietet ein Blog einige unschlagbare Vorzüge:

1. Ein Blog ist ein Ventil für kreative Schreibergüsse. Das ist ein Notizbuch oder eine einfache Worddatei auch, aber die bieten nicht diesen instant satisfaction-Effekt, der eintritt, wenn man das eben Geschriebene quasi druckfrisch im Internet sieht (obwohl natürlich Moleskine & Co. auch nicht zu verachten sind).

2. Ein Blog, vor allem eins mit einer sinnvollen Katergorienstruktur, ist ein super Archiv für eigene Gedanken und Ideen.

3. Ein Blog ist ein work in progress, man kann immer weiter daran arbeiten, auf vorherige Einfälle zurückgreifen und aus dem Material alle möglichen anderen Veröffentlichungen zusammenstellen.

4. In einem Blog kann man alle möglichen Informationen zusammenstellen und sammeln:
  - Links
  - Fotos
  - Texte

5. Ein Blog kann eine Art multimediale Themensammlung sein.

... und das alles, ohne dass irgendjemand außer dem Autor darauf Zugriff hat.

Ehrlich gesagt glaube ich allerdings, dass auch der schüchternste Nur-für-sich-Blogger irgendwann zu dem Punkt kommt, zumindest zu überlegen, ob das alles nicht vielleicht auch noch Andere interessieren könnte.