Anruf von debiltel

Ich nehme mal an, dass die Arbeit in einem Outbound-Callcenter nicht besonders viel Spaß macht. Ständig muss man Leute anrufen, die sich dadurch gestört fühlen, und ihnen mit gut gelaunter Telefonstimme (immer lächeln beim Telefonieren!) Dinge und Dienstleistungen anbieten, die sie nicht haben wollen. Da haben es die Kollegen im Service-Callcenter sehr viel besser, denn die haben nur selten Kundenkontakt und müssen höchstens mal alle drei Wochen das Band mit dem Warteschleifensong wechseln (ach nein, das geht wahrscheinlich alles digital, klingt allerdings wie von meinem ersten Mono-Kassettenrekorder).

Texte von Textferry.de
Auch ein verbitterter Callcenter-Mitarbeiter?

Also: Hohes Stress- und Frustpotenzial im Outbound-Callcenter. Auch bei debitel, von wo ich heute einen Anruf bekam. Der (zunächst noch) freundliche Mitarbeiter wollte mir “an diesem schönen Montagnachmittag” (arbeiten die jetzt von Barbados aus?) mitteilen, dass es ja nun “bald wieder an der Zeit für ein neues Mobiltelefon ist” (finde ich auch) und ja meine Vertragsverlängerung ausstünde. Ich erklärte ihm, dass das nicht ganz richtig sei, weil ich den Vertrag nämlich kündigen werde. Er wollte wissen, warum - schon nicht mehr so gut gelaunt. Ich sagte ihm, warum (viel zu teuer und das dank falscher Beratung). Daraufhin schlug seine Stimmung ganz um und er erklärte mir, dass ich damit ja schon ganz schön spät dran sei und er es gar nicht toll fände, wenn die Kunden alle einfach auf den letzten Drücker kündigen und ich mich deshalb jetzt mal ranhalten solle. Nundenn, das werde ich tun.

Gibt es das eigentlich inzwischen schon als literarisches Genre: Callcenter-Passionsgeschichten?