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Völlig subjektiver Gedankenmischmasch nach dem 9to5 Festival-Camp

Nach zweieinhalb Tagen 9to5 Festival Camp (den dritten konnte ich leider nur halb miterleben) und haufenweise Bloglektüre zum Thema ist mir klar geworden, dass es dazu nur Impressionen geben kann. Hier also meine:

- Es waren ein ganzer Haufen sympathisch und aufgeweckt (das später weniger) aussehende Menschen anwesend, ohne dass das Ganze wie eine Mitte-Klonfarm gewirkt hätte.

- Das Design, die Logistik und die Technik waren erstklassig. Das ist insbesondere deshalb beachtlich, weil viel mit freiwilligen Helfern gearbeitet wurde.

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- Das Konzept “arbeiten, wie man leben will” ist politisch, weil es die bestehenden Grundannahmen in Frage stellt - die ganz allgemein arbeitspolitischen, aber auch meine eigenen. Zum Beispiel: Mache ich überhaupt das, was ich wirklich will und gut kann? Oder nur das, was ich auch gut kann und wofür ich sichere Abnehmer habe?

- Die frei (und in variierendem Maße kreativ) arbeitende Nicht- oder Neu-Klasse scheint viele zu beunruhigen, und zwar aus ganz unterschiedlichen und teilweise entgegengesetzten Gründen. Die einen halten das alles für wahnsinnig elitär, die anderen für aufgetakelte Fastverelendung. Was soll man machen. Vielleicht erben einige der Festival-Camp-Teilnehmer wirklich mal Immobilien. Vielleicht zahlen sie damit auch nur die Pflege ihrer Eltern. Vielleicht stimmt das aber auch alles gar nicht.

- Ich finde nicht, dass alle, die gerne frei und nicht fest angestellt arbeiten, “aus der Not eine Tugend machen” (Spiegel Online) - im Gegenteil kenne ich einige, die ihre Festanstellung freudig gekündigt haben, um mehr Zeit für ihre frei gewählte Selbstständigkeit zu haben.

- Es ist mir komplett unwichtig, ob ich “links” bin oder von anderen so wahrgenommen werde.

- Régine Debatty (we make money not art) ist grandios.

- Podiumsdiskutanten diskutierten auch hier in den seltensten Fällen tatsächlich miteinander.

Und Journalisten scheinen gerne scharenweise denselben Aufhänger zu bemühen - zumindest dürfte jetzt kein Zweifel mehr darüber herrschen, wo das Radialsystem V (der Veranstaltungsort des Festival-Camps) liegt. Nämlich ganz bedeutungsschwanger gegenüber vom ver.di-Gebäude.

Julia Ritter in • ArbeitBerlinKultur am 27. August 2007
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