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Kreativer Kaffee

Bücher, die einem zu mehr Kreativität verhelfen wollen, nerven oft. Entweder predigen sie reichlich dogmatisch den einen und alleinigen Heilsweg, die Methode, ohne die man nie und nimmer auch nur den funzeligsten Geistesblitz haben wird. Zu dieser Kategorie gehören so ziemlich alle Bücher der “innere-Künstler”-Päpstin Julia Cameron. Oder aber sie käuen die immer gleichen, sicherlich sehr hilfreichen, aber doch irgendwie abstrakten Kreativitätstechniken wider - Brainstorming, Freewriting, Mindmapping etc. Been there, done that. Oder auch nicht, weil es zwar in der abstrakten Beschreibung ganz schön klang, dann aber doch zu aufwändig schien.

Ganz anders dagegen ist Caffeine for the Creative Mind von Stefan Mumaw und Wendy Lee Oldfield. Es ist angenehm entspannt geschrieben und geht nach einer ebenso kurzen wie schmerzlosen (und tatsächlich inspirierenden) Einleitung gleich zum spaßigen, weil praktischen Teil über. 250 verschiedene “Aufgaben”, jede davon auf ca. 20-30 Minuten angelegt (wobei ich für einige sicher Tage brauchen würde), für 250 Tage. Oder auch für viel mehr Tage, denn wie das bei kreativen Aufgaben so ist, kann jede sehr viele verschiedene Lösungen haben und daher beliebig oft wiederholt werden. Die Grundidee dabei ist, dass die menschliche Fähigkeit, kreativ zu denken, trainiert werden muss, damit ich im Ernstfall eine brauchbare Idee haben kann (weil ich dann sozusagen eigentlich ständig Ideen habe,  gut im Training, wie ich bin). Dabei macht man von allen möglichen Medien und Ausdrucksformen Gebrauch, was ich sehr nett fand, denn ich habe manchmal Berührungsängste, wenn ich nicht texten darf, sondern fotografieren, zeichnen oder sonstwie gestalterisch tätig werden soll. Aber wenn ich darf, weil ich ja soll, dann macht es ziemlich Spaß.

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Abschrecken lassen sollte sich der interessierte Leser übrigens weder durch die Sprache (Englisch, aber nicht schlimm), noch durch das eigenwillige Layout, das teilweise etwas an Soli-Flugblätter (“Köpi lebt”) erinnert. Die “Übungen” sind dafür so vielfältig, zum Teil wirklich ungewöhnlich und vor allem schaffbar, dass ich tatsächlich eine der ersten sofort in die Tat umgesetzt habe. Ergebnis siehe unten (und was mag hier wohl die Aufgabe gewesen sein?)

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Julia Ritter in • AlltagKulturMedien am 08. August 2007
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  1. Danke für den Tipp, Julia! Hab’s gleich mal bestellt und bin sehr gespannt. Was war denn die Aufgabenstellung? Das Runde in das Eckige?

    Liebe Grüße

    Tina

    Tina  on  08/08  at  10:27 PM
  2. Die Aufgabe hieß “Circular Heaven” - Seite 26. Viel Spaß mit dem Buch!

    Julia  on  08/10  at  11:27 PM
  3. Aaaaaah! :-)
    Ich bin gespannt, noch ist es nicht angekommen ...

    Tina  on  08/11  at  11:45 AM
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