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Als ich mit Paris Hilton auf der Verkehrsinsel saß

Vor ein paar Nächten saß ich an einer dieser Bank-Tisch-Kombinationen, wie man sie oft an Autobahn-Rastplätzen vorfindet. Das Rastplatzmöbel stand auf einer Verkehrsinsel, und um die Verkehrsinsel herum plätscherte der spätnächtliche Verkehr. Neben mir saß jemand, an den ich mich nicht mehr erinnere und gegenüber Paris Hilton. Sie redete sehr engagiert auf mich ein und versuchte mich davon zu überzeugen, dass wir unbedingt zum McDonald’s am Kaiserdamm fahren müssen, weil da nämlich die allercoolsten Parties abgehen. Paris: “Ich fahr da immer hin, das ist super, nur zwei Stationen mit der U-Bahn!”

Ich überlegte noch, an welcher U-Bahn-Linie Paris Hilton dann wohnt und ob sie wohl ständig angequatscht wird, wenn sie so mit der BVG durch die Gegend gondelt, oder ob die Berliner doch so desinteressiert an jeglicher Prominenz sind, dass sie auch die Queen des für-eigentlich-Nichts-Berühmtseins ignorieren (schließlich schien sie in Westberlin zu wohnen und nicht in Prenzlberg), da verwandelte sich Paris in ein kleines, zart blassrosa Kaninchen und versteckte sich hinter einem Grasbüschel.

Wir sind dann nicht zu McDonald’s am Kaiserdamm gefahren. Da gibt es auch gar keinen.

Vorher:

Texte von Textferry.de

Anmerkung: Nein, dies hier mutiert jetzt nicht zum rein fiktionalen Blog. Ich scheine allerdings vor lauter Arbeit kaum noch was Spannendes zu erleben, daher verlagert sich mein Wunsch nach Glamour ins Traumleben. Und das auch noch mit Traffic-treibenden Protagonisten. Der Traum ist eine Wunscherfüllung?

Nachher:

Texte von Textferry.de
Foto: istockphoto

Julia Ritter in • AlltagBerlinGeschichtenKultur am 13. Mai 2008
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