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Die beste Epilierer-Werbung aller Zeiten

Männer sind schmerzempfindlich. Frauen auch, aber weniger. Im Allgemeinen. Im Allgemeinen würden sich Männer wahrscheinlich auch nicht durch eine Werbung für Körperpflegeprodukte angesprochen fühlen, in der das Testimonial ein Transvestit ist. Frauen dagegen schon. Und deshalb ist dieser Spot samt dazugehöriger Microsite für den Philips Satinelle auch so genial. Meiner Meinung nach hat hier jemand seine Zielgruppe verstanden.


Julia Ritter in • KonsumKulturWerbung am 25. Mai 2008
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Bloggen für Beck’s

Beck’s, das Default-Bier der meisten Berliner Clubs (keine Ahnung, wie das anderswo aussieht), sucht einen “charismatischen Blogger mit Näschen für ungewöhnliche News und alles rund um die Markenperspektive” - klingt merkwürdig, ist aber eine ziemlich wortgetreue Übersetzung der Jobbeschreibung. Eine solche (also eine Übersetzung), sollte der oder die Beck’sblogwillige aber nicht benötigen, denn neben Liebe zu Beck’s sind auch Englischkenntnisse gefragt. Nach dem Rest der Beck’s-Website zu urteilen, müssen die aber nicht unbedingt perfekt sein.

Überhaupt scheint Beck’s viel vom Mitmachweb zu halten. Der geneigte Besucher kann auf der Seite nicht nur “Wallpaper” im Fototapetenformat sozusagen als Starschnitt zum Zusammenkleben ausdrucken, sondern wird auch aufgefordert, den Wikipedia-Eintrag zu Beck’s (ebenfalls auf Englisch) zu ergänzen. Dazu gibt’s dann noch ein paar Beck’s-Werbespots und das war’s. So ungewöhnlich ist das alles nicht, aber doch erstaunlich, mit wie wenig Inhalt manche Marken online an den Start gehen. Wenn das den Kern der Marke transportiert, dann scheint der hohl zu sein.


Julia Ritter in • MedienWerbung am 19. Mai 2008
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Überall auf einmal suchen

Überall stimmt natürlich nicht ganz. Aber trotzdem kann man bei Addict-o-matic schon sehr viele Suchquellen auf einmal auswerten. Man gibt einen Suchbegriff ein und erhält dann, je nach Präferenz, die Ergebnisse von Google Blog Search, Ask.com, technorati, Digg, YouTube, Flickr, Delicious, Bloglines und mehr.

Meistens will ich so viel ja gar nicht wissen.
Trotzdem kann Addict-o-matic sehr horizonterweiternd sein, vor allem bei Themen, denen man sich interessiert, aber ahnungslos nähert. Etwas, das man immer wieder tun sollte. 

Texte von Textferry.de
Und so sieht es aus. Nur, dass es nach unten weitergeht.


Julia Ritter in • ArbeitKulturMedien am 15. Mai 2008
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Als ich mit Paris Hilton auf der Verkehrsinsel saß

Vor ein paar Nächten saß ich an einer dieser Bank-Tisch-Kombinationen, wie man sie oft an Autobahn-Rastplätzen vorfindet. Das Rastplatzmöbel stand auf einer Verkehrsinsel, und um die Verkehrsinsel herum plätscherte der spätnächtliche Verkehr. Neben mir saß jemand, an den ich mich nicht mehr erinnere und gegenüber Paris Hilton. Sie redete sehr engagiert auf mich ein und versuchte mich davon zu überzeugen, dass wir unbedingt zum McDonald’s am Kaiserdamm fahren müssen, weil da nämlich die allercoolsten Parties abgehen. Paris: “Ich fahr da immer hin, das ist super, nur zwei Stationen mit der U-Bahn!”

Ich überlegte noch, an welcher U-Bahn-Linie Paris Hilton dann wohnt und ob sie wohl ständig angequatscht wird, wenn sie so mit der BVG durch die Gegend gondelt, oder ob die Berliner doch so desinteressiert an jeglicher Prominenz sind, dass sie auch die Queen des für-eigentlich-Nichts-Berühmtseins ignorieren (schließlich schien sie in Westberlin zu wohnen und nicht in Prenzlberg), da verwandelte sich Paris in ein kleines, zart blassrosa Kaninchen und versteckte sich hinter einem Grasbüschel.

Wir sind dann nicht zu McDonald’s am Kaiserdamm gefahren. Da gibt es auch gar keinen.

Vorher:

Texte von Textferry.de

Anmerkung: Nein, dies hier mutiert jetzt nicht zum rein fiktionalen Blog. Ich scheine allerdings vor lauter Arbeit kaum noch was Spannendes zu erleben, daher verlagert sich mein Wunsch nach Glamour ins Traumleben. Und das auch noch mit Traffic-treibenden Protagonisten. Der Traum ist eine Wunscherfüllung?

Nachher:

Texte von Textferry.de
Foto: istockphoto


Julia Ritter in • AlltagBerlinGeschichtenKultur am 13. Mai 2008
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Blut ist dicker als Wasser

Ich mag Stöckchen nicht so gerne. Es muss am Namen liegen. Und daran, dass dabei immer eher, sagen wir mal: arbiträre Informationen erfragt werden. Aber wenn mir meine eigene Schwester eins hinwirft, renn ich trotzdem los - braver Hund.

Die Aufgabe also: Ich schlage ein in meiner Nähe liegendes Buch mit mindestens 123 Seiten auf Seite 123 auf, schreibe die Sätze 5-7 auf Seite 123 hier hin und fordere dann fünf andere nichtsahnende Seelen auf, es mir nachzutun.

Meinen spannenden Krimi hab ich leider schon durch, also schnappe ich mir jetzt ein vor mir stehendes Buch, dessen Titel mir vermutlich wieder viele enttäuschte einmal-und-nie-wieder-Besucher einbringen wird: More Sex Is Safer Sex: The Unconventional Wisdom of Economics, von Steven E. Landsburg.

Texte von Textferry.de

Auf Seite 123 steht da:

“Being human, they tend to take a special interest in their own students and are therefore tempted to give those students a boost at the expense of the anonymous strangers who signed up for someone else’s class. Besides, easy graders are more popular on campus. The costs of leniency - measured in lost reputation - are spread over the entire school, while the benefits are concentrated in the professor’s own classroom.”

Spannend, was? Wie gut, dass ich nicht gerade Auf der Suche nach der verlorenen Zeit lese. Aber das hat ja schon Jochen Schmidt öffentlich getan. Außerdem lese ich dieses Buch auch gar nicht, es stand nur in der Nähe. Vielleicht sollte ich.

Ganz abgesehen davon ist es hier wie es schon immer war mit Kettenbriefen: Bis ich dran bin, haben alle schon und ich finde keine fünf Leute, die nicht gleich müde abwinken. Dann hab ich das Gefühl, überhaupt keine Freunde und/oder Bekannten zu haben und komplett unbeliebt zu sein. Bevor ich darüber zu eingehend nachdenke, betrachte ich das Experiment lieber als beendet.


Julia Ritter in • AlltagKultur am 31. März 2008
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Besser ist das

Texte von Textferry.de


Julia Ritter in • AlltagBerlinKultur am 20. März 2008
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Mark all read

Ich benutze zum Bloglesen das sehr übersichtliche Beta Bloglines (gibt’s auch als normales Alpha). Das ist praktisch und angenehm, weil ich meine Lieblingsblogs gleich auf der Übersichtsseite habe, schnell alle neuen Artikel scannen kann und vor allem bei einigen Blogs auch Beiträge im Volltext angezeigt kriege, bei denen ich im Blog selbst immer erst extra auf “weiter…” oder einen ähnlich sinnreich betexteten Link klicken müsste. (Außer bei Riesenmaschine, da stehen immer diese Platzhalter-Sätze drin, aber manchmal reichen die auch schon aus zur Stimmungsverbesserung).

Wenn ich allerdings ein paar Tage oder gar eine Woche lang nicht dazu gekommen bin, irgendwelche Blogs zu lesen, weil ich nämlich zuerst wie blöd gearbeitet habe, dann auf der Buchmesse war (nur als Zuschauer, als wenn sie davon nicht genug gehabt hätten) und dann wieder wie blöd gearbeitet habe - dann können “2144 new” Blogbeiträge durchaus zu Überforderungssymptomen führen: Widerstände, Bloglines überhaupt aufzurufen, nervöses Hin- und Herflackern des Blicks zwischen den einzelnen Blogs, flacher Atem, man kennt das ja. Wie erleichternd daher, dass die Lösung, wie leider nicht oft genug im Netz, nur einen Klick entfernt ist: “Mark all feeds read”. Versteckt sich etwas in einem Drop-down-Menü unter einem nichtssagenden Pfeil, aber immerhin.

Texte von Textferry.de

Das Schöne ist ja: Selbst wenn ein superinteressanter Post dabei war - es kommen auch wieder neue. Schade nur, dass das mit Rechnungen etc. nicht geht. “Mark all invoices paid” wäre eine große Alltagserleichterung.

Und: Wer keine Blogs liest, hat dies Problem natürlich überhaupt nicht. Dafür aber bestimmt andere.


Julia Ritter in • AlltagKulturMedien am 17. März 2008
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Hörtest aus Norwegen

Das norwegische Rote Kreuz bietet einen Online-Hörtest an (habe die englische Fassung verlinkt; es gibt natürlich auch eine auf Norwegisch). Das Design ist angenehm klar und schön und die Idee finde ich sehr, sehr gut. Bitte selbst ausprobieren.

Texte von Textferry.de

Fundort:
Adverblog


Julia Ritter in • KulturMedienWerbung am 08. März 2008
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Anruf von debiltel

Ich nehme mal an, dass die Arbeit in einem Outbound-Callcenter nicht besonders viel Spaß macht. Ständig muss man Leute anrufen, die sich dadurch gestört fühlen, und ihnen mit gut gelaunter Telefonstimme (immer lächeln beim Telefonieren!) Dinge und Dienstleistungen anbieten, die sie nicht haben wollen. Da haben es die Kollegen im Service-Callcenter sehr viel besser, denn die haben nur selten Kundenkontakt und müssen höchstens mal alle drei Wochen das Band mit dem Warteschleifensong wechseln (ach nein, das geht wahrscheinlich alles digital, klingt allerdings wie von meinem ersten Mono-Kassettenrekorder).

Texte von Textferry.de
Auch ein verbitterter Callcenter-Mitarbeiter?

Also: Hohes Stress- und Frustpotenzial im Outbound-Callcenter. Auch bei debitel, von wo ich heute einen Anruf bekam. Der (zunächst noch) freundliche Mitarbeiter wollte mir “an diesem schönen Montagnachmittag” (arbeiten die jetzt von Barbados aus?) mitteilen, dass es ja nun “bald wieder an der Zeit für ein neues Mobiltelefon ist” (finde ich auch) und ja meine Vertragsverlängerung ausstünde. Ich erklärte ihm, dass das nicht ganz richtig sei, weil ich den Vertrag nämlich kündigen werde. Er wollte wissen, warum - schon nicht mehr so gut gelaunt. Ich sagte ihm, warum (viel zu teuer und das dank falscher Beratung). Daraufhin schlug seine Stimmung ganz um und er erklärte mir, dass ich damit ja schon ganz schön spät dran sei und er es gar nicht toll fände, wenn die Kunden alle einfach auf den letzten Drücker kündigen und ich mich deshalb jetzt mal ranhalten solle. Nundenn, das werde ich tun.

Gibt es das eigentlich inzwischen schon als literarisches Genre: Callcenter-Passionsgeschichten?


Julia Ritter in • AlltagKonsum am 03. März 2008
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Hundstage (Stadt Land Fluss 4)

Manchmal fahre ich aufs Land und besuche meine Familie. Das ist meistens sehr nett. Meine Eltern waren während meiner Kindheit und Jugend eher konservativ in ihrem Erziehungsstil. Nun, da ihre leiblichen Kinder ausgezogen sind, haben sie ihre Liebe zur antiautoritären Pädagogik entdeckt, die sie allerdings weniger an ihren Enkeln ausleben als vielmehr an ihren diversen Hunden.

Ich glaube nicht, dass Hunde mit enthierarchisierten Führungsstrukturen viel anfangen können. Die Hunde meiner Eltern machen jedenfalls nicht den Eindruck. Orientierungslos und nach Anleitung heischend zernagen sie jahrhundertealte Türgriffe und Stuhlbeine, pinkeln auf Sofakissen und benehmen sich ganz allgemein daneben. Natürlich beißen sie auch die Kinder und Kindeskinder meiner Eltern – dieses von uns sehr unwillkommene Verhalten wird dann umgehend damit entschuldigt, dass die armen Hunde sich zurückgesetzt fühlen und überhaupt wir (die menschlichen Nachkommen) sicher irgendetwas falsch gemacht hätten. Ich bin immer wieder erstaunt, zu welchem Einfühlungsvermögen meine Eltern plötzlich fähig sind. Sie wissen, dass die Hunde leiden, wenn sie nicht wie gewohnt an den familiären Mahlzeiten teilnehmen dürfen, und so liegen sie – die Hunde – denn auf und unter unseren Füßen, springen zwischendurch auf, um ohne jeden erkennbaren Anlass zu bellen und schwängern vor allem die Luft mit den Nebenprodukten ihrer sensiblen Verdauung. Letzteres der Hauptgrund, weshalb wir immer wieder versuchen, sie unauffällig nach draußen zu befördern. “Unauffällig” ist in diesem Zusammenhang leider keine Option.

Meine Eltern sind außerdem der festen Überzeugung, die Hunde müssten jeden Morgen spätestens um sechs Uhr in den Garten, um sich zu erleichtern. Als ich jedoch einmal Haus und Tiere hütete, weil meine Eltern verreist waren, wachte ich gegen zehn auf, neben bzw. auf mir zwei sehr verschlafene und ob meiner plötzlichen Unruhe nahezu empörte Hunde. Ich glaube, sie machen den morgendlichen Zampano nur ihren rechtmäßigen Besitzern zuliebe und waren froh, endlich mal ausschlafen zu können.

Meine Eltern sind immer sehr beglückt, wenn ich sie besuche. Ich auch. Ich werde verwöhnt, wie es sich gehört, gehe am Fluss spazieren (ohne Hunde ein beschauliches, entspannendes Erlebnis), genieße es, mal wieder den Horizont zu sehen, freue mich, morgens nichts als Vogelgezwitscher zu hören und kriege nach drei Tagen einen Rappel. Dann fahre ich zurück nach Berlin und denke: Endlich zuhause.


Julia Ritter in • BerlinGeschichten am 01. März 2008
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