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Wieder ein neues Wort gelernt: bellwether

Nächste Woche fliege ich nach Chicago, wo Barack Obama soeben gewählt hat. Ich durfte ihm auf CNN zugucken und habe dabei gleich ein schönes neues Wort gelernt: bellwether.

Laut Merriam Webster Online (sorry, hab gerade kein OED zur Hand) ist ein bellwether ein Leithammel oder -schaf. Der Begriff kommt aus dem Mittelenglischen, tauchte wohl zum ersten Mal im 13. Jahrhundert auf und setzt sich aus den Wörtern bell/belle (Glocke) und wether (Bock, vgl. Widder) zusammen. Der Leithammel einer Herde trug früher oft eine Glocke.

Texte von Textferry.de

Bei den Wahlen bezeichnet man als bellwether states die Staaten, in denen die meisten dazu tendieren, für den voraussichtlichen Gewinner zu stimmen. Dazu müssen sie natürlich ein bisschen warten, damit sie sehen, wohin die Herde so zieht.

P.S.: Dieser Eintrag ist Tina gewidmet, auf deren Deluxe-Blog es noch viel mehr interessante Wörter (und anderes) zu entdecken gibt.


Julia Ritter in • AlltagKultur am 04. November 2008
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Energiesparen mit dem Energuy

Nordamerika scheint ein Hort des behördlich initiierten Online-Edutainments zu sein: Vor kurzem berichtete ich hier noch über das Bad Credit Hotel des US-Finanzministeriums, heute geht es nun weiter mit dem Energuy, einem ziemlich witzigen Spiel der Agence de l’efficacité énergétique von Quebec.

Texte von Textferry.de

Spaßiger als das eigentliche Ziel des Spiels (möglichst viele Möglichkeiten zum Energiesparen finden) ist der Energuy selbst, den man beherzt am Arm packen und durch sein Haus schleifen darf. Dabei kann er auch hinfallen, was er nicht prima findet.

Warum gibt es eigentlich in Deutschland nicht so schöne regierungsgesponsorte Websites? Hat man hier Angst, als Bundes- oder sonstige Behörde unseriös zu wirken? Gibt es nicht genug Webuser, so dass sich der Aufwand nicht lohnt? Hatte bisher nur keine Agentur die Idee, sowas mal vorzuschlagen? Fehlt das Geld (was sollen die Amis da sagen)?

Fundort: Adverblog


Julia Ritter in • AlltagKonsumMedienWerbung am 03. November 2008
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Zahlenrätsel zum Wochenende

Welche der folgenden Zahlen passen nicht in die Reihe?

2 - 5 - 9 - 10 - 12 - 19 - 22 - 25 - 26 - 31 - 33

Fibonacci? Primzahlen? Quersummen? Schwierig, schwierig.

Texte von Textferry.de

Die Lösung:

12, 22 und 31 passen nicht in die Reihe.

Warum? Weil alle anderen Gerichte vegetarisch sind, nur 12, 22 und 31 nicht.


Julia Ritter in • Kultur am 02. November 2008
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US Finanzministerium hilft interaktiv aus der Schuldenfalle

Wenn der Computer noch nicht gepfändet ist und der DSL-Anschluss noch funktioniert, kann man sich in den USA auf einer an alte Gruselfilme erinnernden Website zu Schuldenfragen beraten lassen: Bad Credit Hotel. Im Bad Credit Hotel wird man nicht etwa von Geldeintreibern vermöbelt, sondern erhält vielmehr alle möglichen Tipps darüber, wie man Schulden vermeidet bzw. sich am besten verhält, wenn es zum Vermeiden schon zu spät ist.

Erstaunlich daran finde ich, dass eine Regierungsbehörde diese nicht gerade regierungsbehördentypische Form der Kommunikation wählt. Desperate times call for desperate measures.

Texte von Textferry.de
Norman doesn’t live here anymore: the US Treasury’s Bad Credit Hotel

Fundort: adverblog


Julia Ritter in • MedienWerbung am 29. Oktober 2008
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Spaß mit Amazon

auf die humorigen Kundenrezensionen bei amazon.uk habe ich ja schon letztes Jahr hingewiesen. Nun aber begeistert das Unternehmen mich mit dem Hinweis: “Versand verlassen hat Verkäufer Einrichtung und ist auf der Durchreise”. Was soviel heißt wie: Das Buch, das ich bei Amazon bestellt habe, wurde losgeschickt und kommt irgendwann an. Hoffentlich. Die sehr viel poetischere und eines Yoda würdige Formulierung von Amazon lässt Fragen offen. Vor allem das mit der Durchreise. Wird mein Buch vielleicht nur kurze Zeit bei mir verweilen? Und wird diese Zeit reichen, es durchzulesen? Immerhin ist es sehr dick, eine brandneue Variation der great American novel.

Texte von Textferry.de
Auf der Durchreise zu mir: The Story of Edgar Sawtelle

Aber Reisende soll man nicht aufhalten, und das gilt für Durchreisende bestimmt umso mehr. Nichts ist für immer. Eines Tages heißt es Abschied nehmen, Versand verlassen muss Leserin Wohnung und weiter gehen auf die Durchreise.

Update: Yoda has left the building. Seit heute heißt es bei Amazon wieder ganz prosaisch: “Lieferung hat das Versandzentrum verlassen und ist unterwegs.” In meinem Fall ist sie sogar schon zugestellt.


Julia Ritter in • AlltagKonsumKultur am 23. Oktober 2008
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Mysterienauflösung zum Wochenende

“Heute attraktiver als vor 20 Jahren”

Immer wieder liest oder hört man von irgendwelchen Promis (A-, B- oder C-Liste) reiferen Alters, die sich “heute besser (schöner, sttraktiver) als vor 20 Jahren” fühlen. Na, das ist ja auch kein Wunder! Vor 20 Jahren steckten wir nämlich alle (also die Reiferen unter uns) noch ziemlich fest in den 80ern. Niemand sieht heute schlechter aus als in den 80ern. Die einzige Person, die damals einigeraßen okay aussah, ist Molly Ringwald.

Texte von Textferry.de


Julia Ritter in • Kultur am 19. Oktober 2008
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Neues altes Lesematerial im Blog

Die einen machen Buchmesse, die anderen schmeißen recycelte Prosa ins Blog: Unter “Geschichten” gibt es jetzt ein paar alte Beiträge aus einem ebenfalls alten und komplett brachliegenden Blog, das ich demnächst (wenn ich rausgefunden hab, wie das geht) löschen werde. Eigentlich ist es nur eine lange, semiautobiografische Geschichte in mehreren Teilen:

Über die Dörfer
Von Norden nach Osten
Großstadtrauschen
Hundstage

Da geht es um Heimat und Sehnsucht, Hunde und Italiener, Hass und andere Gefühle.


Julia Ritter in • AlltagGeschichten am 17. Oktober 2008
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Wordclouds für alle

Bei Wordle kann man eine beliebige Webseite mit RSS- oder Atom-Feed eingeben und sich die dazugehörige Wortwolke anzeigen lassen. Diese ist editierbar; sehr spaßig auch der Zufallsgenerator, denn selbst wenn das Ergebnis nicht unbedingt revolutionär aussieht, ist es doch hübsch. Wer viel Zeit hat, kann vermutlich erstaunliche Dinge damit anstellen. Meine sieht so aus:

Texte von Textferry.de

Keine große Überraschung ist, dass ich hier viele Füllwörter verwende und außerdem gerne über Kreativität schreibe (“Those who can, do. Those who can’t, blog about it.”). Aber was ist mit “Männer” und “Frauen”?!

Sehr mysteriös.

Fundort: American Copywriter


Julia Ritter in • Alltag am 16. Oktober 2008
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Lebenszeichen - Achtung: Selbstreflektion.

Das Schöne daran, wenn man zwar ein Blog, aber nicht allzu viele Leser hat, ist, dass es kaum einer merkt, wenn man mal nicht bloggt. Das ist keine Koketterie, das ist die Wahrheit. Und gut so, um es in den Worten des unsterblichen (oder zumindest bisher noch ungestorbenen) Klaus Wowereit zu sagen. Oder auch, in den Worten der ebenfalls unsterblichen, wenn auch tatsächlich nicht mehr lebenden Janis Joplin: Freedom is just another word for nothing left to lose. Man kann also auch einfach wieder anfangen.

Was mich vom Bloggen abgehalten hat:

Ich hab in der letzten Zeit viel (naja, öfter mal) darüber nachgedacht, warum dieses Blog eigentlich kein klares Thema hat und ob das nicht besser wäre oder ob ich persönlicher schreiben sollte oder doch lieber professioneller. Ich bin zu keinem eindeutigen Schluss gekommen, was an sich wohl schon ein eindeutiger Schluss ist.
Das allerdings hat mich nicht so richtig abgehalten.
Auch nicht die viele Arbeit, obwohl ich tatsächlich gearbeitet habe (siehe z.B. hier und hier).
Was mich wirklich abgehalten hat, war Dr. House. Für Dr. House habe ich mein Rechnungswesen vernachlässigt und mich in Online-Foren schmähen lassen. In drei Wochen habe ich drei Staffeln gesehen, in denen sich erstaunlich viele Bedeutungsebenen der Serie erschlossen haben. Am liebsten würde ich jetzt über Dr. House promovieren, aber erstens würde ich dann verhungern und zweitens kommt in nur 10 Tagen die vierte Staffel raus. Dann hab ich keine Zeit.

Texte von Textferry.de

Dem aufmerksamen Leser wird aufgefallen sein, dass 3 Wochen Dr.-House-Sucht nicht 4 Monate Blogschweigen erklären. Tja: Everybody lies.


Julia Ritter in • Alltag am 14. Oktober 2008
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Kreativität als Industrie

Werber und alle, die irgendwie dazu gehören, bezeichnen sich gerne, oft, nachdrücklich und laut als “kreativ”. Das ist sonderbar, wenn man bedenkt, dass Maler (die mit der Kunst, nicht die Anstreicher), Schriftsteller, Komponisten, Bildhauer, Choreographen und sonstige Künstler eher selten über ihre eigene Kreativität schwadronieren. Man stelle sich nur eine Kunstausstellung vor, die als “Der Gipfel der Kreativität” angekündigt wird - das war der Slogan der ADC-Ausstellung, und ich bin todsicher, dass der nicht ironisch gemeint war.

Was bringt “die Kreativen” dazu, sich so zwanghaft als “Kreative” darzustellen? Klar, Kreativität ist was Feines, und wer kreativ ist, ist interessanter als der, der es nicht ist. Aber eigentlich sind doch gerade Künstler besonders kreativ, und die verzichten auf das Label. Wahrscheinlich deshalb, weil sie als Künstler idealerweise tatsächlich etwas Eigenes schaffen. Dazu muss man kreativ sein, aber das ist nur die Grundvoraussetzung. Die anderen, die explizit Kreativen, denken sich zwar auch alles Mögliche aus, texten, designen und entwickeln, aber eben nichts Eigenes. Da kann man noch so viel vom Herzblut erzählen, das in jedem Projekt steckt. Alles, was man in der Werbung macht, dient dazu, irgendwas zu verkaufen. Wenn es dabei um einen Kern, eine Botschaft oder Identität geht, dann die der Marke. Künstler wollen meistens auch ihr Zeug verkaufen und viele müssen sich nach den Markterfordernissen richten, aber ich wage mal zu behaupten, dass sie trotzdem auf einer ganz anderen Ebene des Selbstausdrucks operieren. Und deshalb müssen sie sich auch nicht so verzweifelt daran festklammern, dass sie kreativ sind. Denn was heißt das schon?


Julia Ritter in • ArbeitKreativitätMedienWerbung am 04. Juni 2008
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