Normal is getting dressed in clothes that you buy for work and driving through traffic in a car that you are still paying for - in order to get to the job you need to pay for the clothes and the car, and the house you leave vacant all day so you can afford to live in it.
Ellen Goodman
American journalist (1941 - )
Julia Ritter in
• Kultur am 11. Februar 2009
Permalink
Druckversion | Per E-Mail versenden
So, jetzt ist es raus. Ich kann mich noch an die Anfangszeit von Twitter erinnern. Damals dachte ich: Mann, wie bescheuert ist das denn. Dann habe ich ganz lange nicht darüber nachgedacht und nur am Rande zur Kenntnis genommen, wer alles twittert und was es alles für Twitter Clients und Widgets und hast-du-nicht-gesehen gibt.
Dann twitterte Don Draper, der Held von Mad Men. Und irgendwann, als Gott und die Welt schon lange, lange twitterten, legte auch ich mir einen Twitter-Account an. Als late, late, late adopter sozusagen.
![]()
Was soll ich sagen: Mann, ist das bescheuert. Manche Leute haben ganz nette Gedankenblitze, das stimmt. Aber die meisten Leute twittern eben wirklich nur, was sie gerade so machen (Kaffee, arbeiten, Kind ins Bett bringen, einen Musiktitel nach dem anderen bei blip.fm suchen). Das ist nicht so richtig interessant. Vielleicht hab ich nicht die richtigen Leute verfolgt, aber es drängt sich mir doch der Verdacht auf, dass die interessanten Leute wahrscheinlich sehr viel mehr Zeit damit verbringen, sich interessante Ideen aus- und diese durchzudenken, als alle 3 Minuten ein neues Lied zu twittern.
Oder anders gesagt: Die meisten Leute, deren Tweets ich verfolgt habe und die ich persönlich kenne, sind in Wirklichkeit klug und interessant. Aber auch die interessantesten Menschen machen nicht den ganzen Tag lang interessante Dinge. Ich weiß, dass es vielen Leuten Spaß macht, Stimmungsschnappschüsse zu veröffentlichen und zu lesen. Mir nicht. So konservativ und unwebzwonullig das klingen mag: Ich lese lieber Texte, in denen ein paar Gedanken stecken. Und ich weiß: Ich habe Twitter einfach nicht kapiert.
Julia Ritter in
• Kultur am 26. Januar 2009
Permalink
Druckversion | Per E-Mail versenden
Noch ein wundervolles Beispiel für mangelnde Werbeumfeldsensibilität. Allerdings bin ich auch kein großer Fan von Battlestar Galactica und gehöre daher nicht zur Zielgruppe. Vielleicht hat die verantwortliche Agentur ja Marktforschungsergebnisse vorliegen, denen zufolge BSG-Zuschauer beim Anblick von spritzendem Blut richtig Hunger auf Tomatensuppe kriegen. Zumindest wird die Farb- und Formensprache der Szene im Spot schön weiter geführt.
Fundort: American Copywriter
Julia Ritter in
• Kultur am 20. Januar 2009
Permalink
Druckversion | Per E-Mail versenden


Julia Ritter in
• Alltag
• Berlin am 11. Januar 2009
Permalink
Druckversion | Per E-Mail versenden
... dürfte das ungefähr so aussehen (ausgesehen haben? Wir wären ja in diesem Fall die Zukunft und die die Vergangenheit? Welchen zeitlichen Standpunkt nimmt man hier ein? Egal, einfach irgendeinen).
Es wurde ja als wahnsinnig grandiose Idee betrachtet, dass jemand sich auf Twitter als Don Draper ausgegeben hat (was dann der Sender AMC unterbinden wollte und dann doch nicht getan hat, etc.) und als ebensolcher getwittert hat. Mittlerweile twittern mehrere Mad Men Charaktere. Ich finde, das ist einerseits natürlich ganz witzig und vermutlich publikumswirksam, andererseits aber auch total unpassend, weil der Reiz von Mad Men eben gerade darin liegt, dass es so eine vollkommen andere Welt ist - eine Welt, in der Männer alles dürfen, man vor fast nichts Angst hat und eine elektrische Schreibmaschine als “overwhelming technology” durchgeht. Twittern passt so gar nicht dazu.
Fundort: Das extrem witzige Blog Where’s My Jetpack - da gibt es noch mehr vom Future Man. Via American Copywriter
Julia Ritter in
• Alltag
• Kultur
• Medien am 07. Januar 2009
Permalink
Druckversion | Per E-Mail versenden
- What?!
- We are three wise men!
- Then what are you doing creeping around a cowshed at two o’clock in the morning? That doesn’t sound very wise to me!
Julia Ritter in
• Kultur am 06. Januar 2009
Permalink
Druckversion | Per E-Mail versenden
Spätestens seit der Lektüre des sehr empfehlenswerten Buches von Kathrin Passig und Sascha Lobo* ist mir klar, dass To-Do-Listen nicht der Weg zur Glückseligkeit sind. Aber da es Spaß macht (mir jedenfalls), welche zu machen, besonders solche mit guten Vorsätzen (und wer macht schon Listen mit schlechten Vorsätzen?) und da man (also ich) die nach Aufschrieb getrost vergessen kann, auch wenn sie für alle sichtbar im Internet verewigt sind (wer weiß, wie lange es das noch gibt), hier also mein Liste 2009:
Liebes Internet!
2009 möchte ich…
... nach Möglichkeit wieder nach Chicago fahren. Oder nach Seattle.
... interessantes Zeugs arbeiten.
... viel mehr schreiben (nicht unbedingt im Blog).
... öfter reiten gehen (ja, auf Pferden).
... eine bessere Einnahmen/Ausgaben-Balance erreichen.
... und viele andere Dinge, die das Internet nichts angehen (wäre ja sonst auch recht wenig los 2009)
Dies ist keine “Bestellung an das Universum”. Das klingt nämlich so dermaßen dämlich, dass ich selbst dann drauf verzichten würde, wenn ich wüsste, dass es 100% funktioniert. Das ist ein bisschen wie mit den Backwaren bei Kamps: Wer käme sich nicht blöd vor, einen “Fanblock” zu bestellen. Zum Glück schmecken die auch nicht besonders.

Dies Schild steht am Rande einer Grünfläche am südlichen Ende des Lincoln Parks in Chicago. Es hat nichts mit dem Blogeintrag zu tun, ist aber vielleicht für die Leser interessant, die das eigentliche Thema eher langweilig finden.
* Dinge geregelt kriegen - ohne einen Funken Selbstdisziplin. Und ja, es ist auch dann erhellend und erheiternd, wenn man das Wort “Prokrastination” eigentlich möglichst nicht mehr so häufig hören wollte.
Julia Ritter in
• Kultur am 22. Dezember 2008
Permalink
Druckversion | Per E-Mail versenden
Heute hab ich gelesen, dass es in New York “Sex and the City”-Bustouren gibt, bei denen man sämtliche Cafés, Schuhläden und sonstigen Orte abklappert, die in irgendeiner Folge der Serie eine Rolle gespielt haben.
In Chicago gibt es das nicht. Also natürlich sowieso nicht für Sex and the City, aber auch sonst nicht, obwohl hier Serien wie Friends, Chicago Hope, Married with Children (die mit Al Bundy) und ER spielen - zugegebenermaßen hätten die entsprechenden Bustouren außer Wohnzimmern und Krankenhäusern nicht viel zu bieten. In Chicago kann man wahrscheinlich Al-Capone-Touren machen, die nicht minder bescheuert sind, aber sich zumindest auf tatsächliche historische Begebenheiten beziehen.
Überhaupt wirkt Chicago in so vielem sehr viel bodenständiger als New York. Die meisten Europäer stehen ja total auf New York. Ich mag Chicago lieber. Allein schon wegen der extrem guten Luft - mit einem See vor der Haustür und einer ununterbrochen mittelsteifen Brise muss man sich um Gestank keine großen Sorgen machen. Und es gibt Platz für grandiose Panoramen, trotz der vielen Wolkenkratzer (der erste der Welt wurde hier gebaut) wirkt es nie eng oder zu voll.
Da ist Harrison Ford drüber gesprungen. Oder über die andere. Oder es war der Stuntman.
Das einzige mir bekannte wirklich coole riesengroße Stadtbildverschönderungskunstwerk der Welt
Marina Towers (also einer davon) - Heimstatt für Boote, Autos und ja, auch Menschen
Julia Ritter in
• Alltag
• Kultur am 15. Dezember 2008
Permalink
Druckversion | Per E-Mail versenden
![]()
“The trouble with the rat race is that even if you win, you’re still a rat.”
Lily Tomlin (witzig und weise, wenn auch mit nerviger Musik auf ihrer Website)
Julia Ritter in
• Alltag
• Arbeit
• Kultur am 06. November 2008
Permalink
Druckversion | Per E-Mail versenden
Nächste Woche fliege ich nach Chicago, wo Barack Obama soeben gewählt hat. Ich durfte ihm auf CNN zugucken und habe dabei gleich ein schönes neues Wort gelernt: bellwether.
Laut Merriam Webster Online (sorry, hab gerade kein OED zur Hand) ist ein bellwether ein Leithammel oder -schaf. Der Begriff kommt aus dem Mittelenglischen, tauchte wohl zum ersten Mal im 13. Jahrhundert auf und setzt sich aus den Wörtern bell/belle (Glocke) und wether (Bock, vgl. Widder) zusammen. Der Leithammel einer Herde trug früher oft eine Glocke.

Bei den Wahlen bezeichnet man als bellwether states die Staaten, in denen die meisten dazu tendieren, für den voraussichtlichen Gewinner zu stimmen. Dazu müssen sie natürlich ein bisschen warten, damit sie sehen, wohin die Herde so zieht.
P.S.: Dieser Eintrag ist Tina gewidmet, auf deren Deluxe-Blog es noch viel mehr interessante Wörter (und anderes) zu entdecken gibt.
Julia Ritter in
• Alltag
• Kultur am 04. November 2008
Permalink
Druckversion | Per E-Mail versenden