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De gustibus non est disputandum

Texte von Textferry.de

Videothek in Schöneberg. Ein weiteres schönes Beispiel für Werbeumfeldsensibilität. Oder den Mangel daran.


Julia Ritter in • BerlinKonsumWerbung am 05. Februar 2012
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Energiesparen mit dem Energuy

Nordamerika scheint ein Hort des behördlich initiierten Online-Edutainments zu sein: Vor kurzem berichtete ich hier noch über das Bad Credit Hotel des US-Finanzministeriums, heute geht es nun weiter mit dem Energuy, einem ziemlich witzigen Spiel der Agence de l’efficacité énergétique von Quebec.

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Spaßiger als das eigentliche Ziel des Spiels (möglichst viele Möglichkeiten zum Energiesparen finden) ist der Energuy selbst, den man beherzt am Arm packen und durch sein Haus schleifen darf. Dabei kann er auch hinfallen, was er nicht prima findet.

Warum gibt es eigentlich in Deutschland nicht so schöne regierungsgesponsorte Websites? Hat man hier Angst, als Bundes- oder sonstige Behörde unseriös zu wirken? Gibt es nicht genug Webuser, so dass sich der Aufwand nicht lohnt? Hatte bisher nur keine Agentur die Idee, sowas mal vorzuschlagen? Fehlt das Geld (was sollen die Amis da sagen)?

Fundort: Adverblog


Julia Ritter in • AlltagKonsumMedienWerbung am 03. November 2008
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Spaß mit Amazon

auf die humorigen Kundenrezensionen bei amazon.uk habe ich ja schon letztes Jahr hingewiesen. Nun aber begeistert das Unternehmen mich mit dem Hinweis: “Versand verlassen hat Verkäufer Einrichtung und ist auf der Durchreise”. Was soviel heißt wie: Das Buch, das ich bei Amazon bestellt habe, wurde losgeschickt und kommt irgendwann an. Hoffentlich. Die sehr viel poetischere und eines Yoda würdige Formulierung von Amazon lässt Fragen offen. Vor allem das mit der Durchreise. Wird mein Buch vielleicht nur kurze Zeit bei mir verweilen? Und wird diese Zeit reichen, es durchzulesen? Immerhin ist es sehr dick, eine brandneue Variation der great American novel.

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Auf der Durchreise zu mir: The Story of Edgar Sawtelle

Aber Reisende soll man nicht aufhalten, und das gilt für Durchreisende bestimmt umso mehr. Nichts ist für immer. Eines Tages heißt es Abschied nehmen, Versand verlassen muss Leserin Wohnung und weiter gehen auf die Durchreise.

Update: Yoda has left the building. Seit heute heißt es bei Amazon wieder ganz prosaisch: “Lieferung hat das Versandzentrum verlassen und ist unterwegs.” In meinem Fall ist sie sogar schon zugestellt.


Julia Ritter in • AlltagKonsumKultur am 23. Oktober 2008
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Die beste Epilierer-Werbung aller Zeiten

Männer sind schmerzempfindlich. Frauen auch, aber weniger. Im Allgemeinen. Im Allgemeinen würden sich Männer wahrscheinlich auch nicht durch eine Werbung für Körperpflegeprodukte angesprochen fühlen, in der das Testimonial ein Transvestit ist. Frauen dagegen schon. Und deshalb ist dieser Spot samt dazugehöriger Microsite für den Philips Satinelle auch so genial. Meiner Meinung nach hat hier jemand seine Zielgruppe verstanden.


Julia Ritter in • KonsumKulturWerbung am 25. Mai 2008
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Anruf von debiltel

Ich nehme mal an, dass die Arbeit in einem Outbound-Callcenter nicht besonders viel Spaß macht. Ständig muss man Leute anrufen, die sich dadurch gestört fühlen, und ihnen mit gut gelaunter Telefonstimme (immer lächeln beim Telefonieren!) Dinge und Dienstleistungen anbieten, die sie nicht haben wollen. Da haben es die Kollegen im Service-Callcenter sehr viel besser, denn die haben nur selten Kundenkontakt und müssen höchstens mal alle drei Wochen das Band mit dem Warteschleifensong wechseln (ach nein, das geht wahrscheinlich alles digital, klingt allerdings wie von meinem ersten Mono-Kassettenrekorder).

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Auch ein verbitterter Callcenter-Mitarbeiter?

Also: Hohes Stress- und Frustpotenzial im Outbound-Callcenter. Auch bei debitel, von wo ich heute einen Anruf bekam. Der (zunächst noch) freundliche Mitarbeiter wollte mir “an diesem schönen Montagnachmittag” (arbeiten die jetzt von Barbados aus?) mitteilen, dass es ja nun “bald wieder an der Zeit für ein neues Mobiltelefon ist” (finde ich auch) und ja meine Vertragsverlängerung ausstünde. Ich erklärte ihm, dass das nicht ganz richtig sei, weil ich den Vertrag nämlich kündigen werde. Er wollte wissen, warum - schon nicht mehr so gut gelaunt. Ich sagte ihm, warum (viel zu teuer und das dank falscher Beratung). Daraufhin schlug seine Stimmung ganz um und er erklärte mir, dass ich damit ja schon ganz schön spät dran sei und er es gar nicht toll fände, wenn die Kunden alle einfach auf den letzten Drücker kündigen und ich mich deshalb jetzt mal ranhalten solle. Nundenn, das werde ich tun.

Gibt es das eigentlich inzwischen schon als literarisches Genre: Callcenter-Passionsgeschichten?


Julia Ritter in • AlltagKonsum am 03. März 2008
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Blogtipp für Ästheten und Verpackungsfetischisten

Verpackung ist für das Produkt, was Mode für den Menschen ist - ganz ohne geht schlecht, weil zu kalt (Mensch) oder zu unhygienisch/unpraktisch (Produkt). Also muss irgendwas drumrum gewickelt werden. Leider kann die falsche, weil unpassende oder einfach potthässliche Verpackung auch ein eigentlich ganz passables Produkt unattraktiv machen. Und da das Produkt, anders als der Mensch, nicht auf von innen strahlende Schönheit, eine angenehme Stimme oder intelligente Augen zurückgreifen kann, ist es auf eine schöne Verpackung angewiesen.

Die neusten Trends im Verpackungsdesign dokumentiert the dieline. Dort schreiben Verpackungsdesigner über Verpackungsdesign, und da Blogs von Designern naturgemäß oft ganz besonders schön aussehen, ist auch the dieline eine Augenweide und selbst für grafisch Minderbemittelte eine Inspiration:

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Y Water (die Flaschen lassen sich auch noch zu Skulpturen zusammenbauen)

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Traidcraft Tissues

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Mast Brothers Chocolate


Julia Ritter in • KonsumKreativitätMedienWerbung am 26. Februar 2008
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Neues Genre: amazon-Kommentarprosa

Stifte und Schriftsteller verbindet auch im digitalen Zeitalter eine ebenso enge wie komplexe Beziehung. Der eine kann nicht ohne den anderen erschaffen. Einem der Klassiker unter den Stiften, dem Bic Crystal Kugelschreiber in schwarz, wurde nun in Form von Kundenempfehlungen auf amazon.co.uk die ihm gebührende Ehre erwiesen. Runterscrollen lohnt sich.

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Tor ins Reich der Finsternis oder Linguini-Spule?

Fundort: Seth Godin


Julia Ritter in • AlltagKonsumKultur am 12. Dezember 2007
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Ich shoppe, also bin ich - aber wer?

Jetzt geht es wieder ans Geschenkekaufen, falls man nicht kreativ (oder misanthropisch) genug ist, welche selbst zu basteln. Damit das Schenken leichter fällt und vielleicht sogar Spaß macht, haben die schlauen Leute von der ZIA für das Online-Shoppingportal (?) Shopping.com ein “Shoposkop” entwickelt, einen Geschenkefinder per Persönlichkeitstest. Und der bietet mehrere Vorteile:

1. Man hält vor einem Kauf ein wenig inne, um sich Gedanken über die zu beschenkende Person zu machen.
2. Man kann seiner eigenen Urteilslust freien Lauf lassen und alle die, denen man etwas schenken

muss

will, gnadenlos bewerten. Denn geben wir es doch mal zu: Der weihnachtliche Geschenkdruck kann enorme Aggressionen wecken.
2. Eventuell fällt einem dabei vielleicht auf, dass diese Person gar nicht so nett ist, wie man dachte. Dann spart man sich das Geschenk.

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Is it me?

Oder man macht den Test für sich selbst, was den Egozentrikern unter uns natürlich am meisten Spaß machen wird. Das hab ich jedenfalls sofort getan.

Meine Persönlichkeitsbeschreibung war sogar einigermaßen zutreffend, die sind ja immer so formuliert, dass sich jeder bestätigt und niemand auf den Schlips getreten fühlt. Leider ließen die vorgeschlagenen Geschenke etwas zu wünschen übrig. Immerhin: Es war eine Handtasche dabei, damit kann man mich eigentlich zu jeder Gelegenheit erfreuen, aber ob sie nun unbedingt gold-metallic sein muss, ist eine Frage, die ich noch nicht endgültig geklärt habe.


Julia Ritter in • KonsumKulturWerbung am 19. November 2007
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Das T-Shirt für die Digitale Bohème

Auf dem 9to5-Festival gab es ja noch diese putzigen T-Shirts zum Verschönernlassen (“Customizing”) und mit verschiedenen Sprüchen drauf, unter anderem “Lauf nach Hause, kleiner Hund”. Jetzt kann der kleine Hund, bzw. der Digitalbohèmien oder, wie mein Lieblings-Weltkommentator sagen würde, der Internetjüngling bzw. sein weibliches Gegenstück (dafür hat er mangels Verachtung leider keine schöne Bezeichnung) endlich mal das Hemd wechseln. Denn jetzt gibt es ein T-Shirt mit WLAN-Homing-Device, das Hemd, das WLAN-Netze erkennt und anzeigt. Damit man dazu nicht immer an sich selbst heruntergucken muss, als wäre man besorgt, sich mit Frühstücksei bekleckert zu haben, empfiehlt es sich, auch sämtliche Partner / Kollegen / Viertelmitbewohner mit solchen Hemden auszustatten, um so ein WLANanzeigefähiges Gegenüber zu haben. Im Bestfall erspart man sich dadurch das Selbsttragen, denn der klassische T-Shirt-Schnitt ist zumindest für Frauen wenig kleidsam.

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Die klugen Leute von Boing Boing Gadgets, wo ich das Funktionsshirt gefunden habe, wünschen sich fürs nächste Update eine Zusatzanzeige für offene Netze. Dem kann ich mich nur anschließen.


Julia Ritter in • AlltagKonsumKultur am 06. Oktober 2007
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840 Seiten (ca. 1,5 kg) Mode

Gestern stand auf meinem Briefkasten die September-Ausgabe der U.S. Vogue. Sie stand drauf, weil sie nicht reinpasste. Denn sie hat (und das kommt jetzt nicht mehr als große Überraschung) einen Umfang von 840 Seiten, ist 3 cm dick und wiegt, gemäß einem inoffiziellen Gewichtsvergleich mit einer 1,5l-Aldiwasserflasche (ja, das ist die Post-Postmoderne, wie sie leibt und lebt, Aldi und Vogue) ca. 1,5 kg. Das ist ein ziemlicher Haufen Mode. Und vor allem Modeanzeigen. Hunderte mehr oder weniger grandioser Fotos (der Trend geht dabei ganz offensichtlich in Richtung schwarz und schattig) und Tausende Taschen, Schuhe, Jacken, Mäntel, Kleider, Strümpfe, Wäsche, Röcke, Hosen, Roben, Blusen und anderer Kleidungsstücke und Accessoires.

Texte von Textferry.de

Das Schöne an der Vogue und der Grund, weshalb sie anders als andere blöde Frauenzeitschriften überhaupt keine schlechte Laune und Minderwertigkeitsgefühle verursacht, ist, dass sie erstens eben keine Frauenzeitschrift ist, sondern eine Modezeitschrift. Und zweitens (eine direkte Folge von erstens), dass sie überhaupt nicht vorgibt, dass die Leserin so sein könnte und sollte, wie die ganzen Models, Supermodels, Schauspielerinnen und/oder Society Ladies, die die ganzen schönen Klamotten anhaben.
Nein, die Welt der Vogue ist ein Paralleluniversum, eine Kunstwelt. Natürlich kann ich als Leserin (leider nur theoretisch) ebenfalls unglaublich reich und einflussreich sein oder werden, aber ich muss dazu nicht automatisch wunderschön sein.
Reich reicht.
Und wenn ich nicht reich bin, macht das auch nichts. Die (U.S.) Vogue belästigt ihre Leserinnen nicht mit Diättipps oder anderen öden Rezepten, Flirt-Tests oder strunzlangweiligen Bilderstrecken Anti-Cellulite-Training vorturnender Models. Das wäre viel zu distanzlos, und das würde sich die meist über-30-jährige Leserin vermutlich auch verbitten. Und deswegen ist die Vogue cool. Dekadent, nicht unbedingt weltverbessernd, aber cool.


Julia Ritter in • KonsumKulturMedien am 10. September 2007
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