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Schreiben, als ob es kein Morgen gäbe

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Ich hab’s getan. Ich hab mich beim National Novel Writing Month angemeldet und damit offiziell erklärt, dass ich in den kommenden 30 Tagen 50.000 Wörter schreiben werde, die zusammengenomen sowas wie einen Roman ergeben. Ich hab keine Ahnung, wie viel 50.000 Wörter sind, obwohl ich das aus beruflichen Gründen eigentlich wissen sollte, aber selbst die längste Longcopy bewegt sich doch in anderen Dimensionen.

Was ist der “National Novel Writing Month”?

Als ich zum ersten Mal vom NaNoWriMo gehört hatte, war ich schwerst beeindruckt von der Literaturbegeisterung der USA - ein ganzer Monat zum Nationalromanschreibemonat erklärt - und das jedes Jahr! Wow! Zu meiner Entschuldigung sei gesagt, dass es schließlich alle möglichen sonderbaren Gedenktage, -wochen und -monate in den Vereinigten Staaten gibt, von denen aber auch nur ein Bruchteil tatsächlich richtig offiziell zu sein scheint. Das nur als ein weiteres Beispiel dafür, dass die USA ein Land sind, dessen Sinn und Zweck von jedem einzelnen Bürger frei interpretierbar sind.

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Nicht ganz realitätsnah, aber pittoresker als mein Laptop

Zurück zum NaNoWriMo: Der wurde zum ersten Mal im Juli 1999 von einer Gruppe Kalifornier veranstaltet, die dachten, dass es erstens eine coole Sache sei, einen Roman zu schreiben, die zweitens zu mehr und besseren Dates führen könnte, aber drittens nicht das ganze Leben lang dauern sollte.

Also beschlossen sie, einen Monat lang zu schreiben, um danach einen Roman oder zumindest eine komplette Rohfassung zu haben. Nach und nach (und unterstützt durch Blogpromotion) wurde der NaNoWriMo immer bekannter, und aus der Handvoll Kalifornier sind inzwischen 90.000 Teilnehmer aus aller Welt geworden (das stimmt so natürlich nicht ganz, die Handvoll Kalifornier sind immer noch eine Handvoll Kalifornier, aber beim NaNoWriMo geht es unter anderem darum, schräge Metaphern und unsaubere Formulierungen zu tolerieren und einfach immer weiter zu schreiben).

Damit wären wir auch schon beim Grundprinzip des NaNoWriMo: Möglichst schnell möglichst viel schreiben. Ohne Überarbeitungen. Ohne Rechtschreibprüfung. Ohne Hemmungen.

50.000 Wörter in 30 Tagen. Das sind 1.667 Wörter am Tag. Na dann.


Julia Ritter in • AlltagKreativitätKultur am 31. Oktober 2007
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To Do or Not to Do

Wie sich die Dinge erledigen (lassen)

Leider müssen die meisten Menschen und ganz besonders Freelancer immer wieder alle möglichen, sehr unterschiedlichen Dinge tun, um Katastrophen wie Verhungern, Vereinsamung, Finanzamtspfändungen und Kundenverlust abzuwehren. Wir müssen Aufträge erledigen, Rechnungen schreiben, Rechnungen bezahlen, Buchhaltung & Steuererklärungen machen, vorbereiten oder delegieren, Kunden anrufen, Angebote schreiben, Anfragen beantworten und vieles, vieles mehr.

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Da verliert man schon leicht mal den Überblick. Oder befürchtet das zumindest. Gepackt von einer solchen Angst habe ich mir neulich die Produktivitätsbibel Getting Things Done (deutsch: Wie ich die Dinge geregelt kriege) von David Allen gekauft. Das Grundprinzip der GTD-Methode lautet:
- alles an einem verlässlichen Ort aufschreiben, um es nicht im Kopf behalten zu müssen.
- “machbare” Aktionsschritte notieren (also nicht “Weltherrschaft an mich reißen”, sondern lieber “Nachbars Katze füttern”, was dann später zu Aktionsschritten wie “Nachbarn um Unterstützung bei Gemeindewahlkandidatur bitten” und von da irgendwann zur Weltherrschaft führen kann).

Allen geht dabei noch viel weiter und fordert seine Leser dazu auf, wirklich jedes noch nicht bearbeitete Projekt (Keller aufräumen, Bootsführerschein machen etc.) zu notieren, evtl. zu verwerfen oder eben in machbare Handlungen zu unterteilen, aber das erschien mir so anstrengend, dass ich die Lektüre vorzeitig abgebrochen habe.

Und doch: Das Prinzip des “Alles-Aufschreibens” hat sich im Alltag als äußerst nützlich erwiesen. Dinge aufzuschreiben, die man tun will, ist natürlich keine besonders bahnbrechende und nie-vorher-dagewesene Idee. Was für mich den großen Unterschied gemacht hat, war zweierlei:

Erstens: Die Konsequenz, mit der ich seither Sachen, die ich erledigen muss, aufschreibe und danach bewusst aus meinen Gedanken verbanne (der Bann sollte allerdings nicht soweit gehen, dass man nie wieder auf die Notizen guckt)

Zweitens habe ich das Ganze zum Anlass genommen, mir ein schönes neues (wenn auch eigentlich hoffnungslos überaltetes, weil relativ multitaskingunfähiges) Gadget zu kaufen: den Palm Z22. Der ist genau das, was ich nie haben wollte, weil ich die Haptik von Notizbüchern mag und eigentlich digitalen Geräten nur bedingt traue.

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Aber der Palm hat doch einen ganz entscheidenden Vorteile gegenüber den vielen schönen Notizbüchern, die sich im Laufe der Zeit angesammelt haben:

Ich kann alle Informationen verschieben (Termine, Deadlines), verändern, löschen etc. und es sieht immer alles gleichermaßen übersichtlich aus. Beim Notizbuch hatte ich immer das Problem, dass alles immer wirrer wurde - jedes Durchstreichen, Abhaken, jeder Pfeil auf einen anderen Termin und jede Korrektur war nur noch eine zusätzliche Information und damit der Kopfentmüllung nicht gerade zuträglich.

Und für die Haptik gibt es beim bereits mehrmals angepriesenen Futteralhersteller Raedan die passende Hülle aus Leder, Kunstleder, Cord, Filz oder Plüsch.

Insgesamt sind diese ganzen Listen und vor allem das Konzept des “Selbstmanagement” natürlich etwas bekloppt. Man versucht, sich selbst zu betuppen und ein bisschen zu versklaven, sich kleine Hürden aufzustellen, über die man brav drüberhoppelt und sich dann gut fühlt.  Aber irgendwie muss man die Dinge ja mal erledigen. Zumindest die, bei denen das nicht von selbst passiert.

Großes Foto: istockphoto


Julia Ritter in am 25. Oktober 2007
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Was würde Jack Bauer dazu sagen?

Jetzt kann der Kampf gegen den Terror endlich richtig losgehen: Die CIA hat ein “Terrorist Buster”-Logo entwickelt, das dem der Ghostbusters erstaunlich ähnlich sieht. Man vergleiche selbst:

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Gegen Terroristen

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Gegen Geister

Fundort: Boing Boing


Julia Ritter in • Kultur am 25. Oktober 2007
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Heute ist Blog Action Day!

Blogaktionen greifen ja in letzter Zeit um sich. Ich weiß nie so genau, ob und was sie in der großen, weiten Welt bewirken, aber im Falle des Blog Action Day zum Thema Umwelt habe ich zumindest das Gefühl, ein winzigkleines bisschen beitragen zu können. Hier also meine Liste mit Möglichkeiten, ohne grundlegende Umkehrung des gesamten Lebenswandels (obwohl das sicherlich auch keine schlechte Idee wäre) etwas Umweltschutz zu betreiben.

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Umweltschutz-Tipps fürs Freelancer-Büro (und anderswo)

- Drucker, Computer und auch Fernseher, DVD-Spieler etc. verbrauchen im Standby-Betrieb Strom. Mit einem einfachen Kippschalter am Verteilerstecker kann man diese ganzen Geräte einfach und wirkungsvoll ausschalten. Das kann nervig sein, wenn der DVD-Spieler sich dadurch jedesmal in eine Identitätskrise gestürzt sieht, aber wenn man das gar nicht erträgt, kann man ihm ja seinen Extrazugang zur Stromquelle gönnen.

- Chlorfrei gebleichtes Papier sieht nett aus (eher beige als schmutzig-grau) und verpestet die Umwelt weniger als strahlend weißes. Der blaue Umweltengel und das Abzeichen des Forest Stewardship Council sind gute Hinweise für umweltfreundliches Papier. Mehr Informationen zum FSC gibt es u.a. beim WWF. Außerdem kann man natürlich auch die Rückseiten von bereits benutzten Blätter bedrucken, eine immer wieder überraschende Erkenntnis.

- Mit einem dunklen Bildschirmhintergrund verbraucht man weniger Strom als mit einem hellen. Dasselbe gilt für Bildschirmschoner.

- Wer zuhause arbeitet, hat einen weitestgehend emissionsfreien Arbeitsweg! Dasselbe gilt für alle, die mit dem Fahrrad oder zu Fuß ins Büro kommen.

- Telefon-, iPod- und andere Kleingeräteakkus braucht man nicht länger als nötig aufzuladen. Danach das Ladegerät aus der Steckdose ziehen, jedenfalls, wenn es so ein komisches eingebautes Lämpchen hat, denn auch das verbaucht zwar sehr wenig aber ebenso unnötig Strom.

Und sonst? Sonst empfiehlt es sich, ein paar der vielen, vielen weiteren Beiträge zum Blog Action Day zu lesen. Es gibt insgesamt 15.861 Teilnehmer. Da sollte also was Interessantes dabei sein.
Und man kann einen Teil der nächsten Rechnung an Greenpeace, WWF oder ähnliche Organisationen spenden. Das lässt sich wahrscheinlich sogar ausschlachten, wenn man es zum Beispiel direkt auf die Rechnung schreibt. Oder aber der Kunde kommt auf die Idee, dass er nächstes Mal lieber weniger zahlt, wenn ich X% von seinem Geld scheinbar gar nicht dringend für meinen Bausparvertrag oder so brauche. Kommt wohl auf den Kunden an. Man muss ja auch nicht jede gute Tat hemmungslos ausschlachten.

Ganz zum Schluss: Warum Blog Action Day und nicht Burma? Weil ich über Burma nichts weiß und niemandem irgendwas dazu erzählen könnte, was er nicht anderswo besser und fundierter lesen könnte. Das trifft auf den Umweltschutz auch weitgehend zu, aber damit hab ich mich wenigstens schon mal beschäftigt.


Julia Ritter in am 15. Oktober 2007
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Das T-Shirt für die Digitale Bohème

Auf dem 9to5-Festival gab es ja noch diese putzigen T-Shirts zum Verschönernlassen (“Customizing”) und mit verschiedenen Sprüchen drauf, unter anderem “Lauf nach Hause, kleiner Hund”. Jetzt kann der kleine Hund, bzw. der Digitalbohèmien oder, wie mein Lieblings-Weltkommentator sagen würde, der Internetjüngling bzw. sein weibliches Gegenstück (dafür hat er mangels Verachtung leider keine schöne Bezeichnung) endlich mal das Hemd wechseln. Denn jetzt gibt es ein T-Shirt mit WLAN-Homing-Device, das Hemd, das WLAN-Netze erkennt und anzeigt. Damit man dazu nicht immer an sich selbst heruntergucken muss, als wäre man besorgt, sich mit Frühstücksei bekleckert zu haben, empfiehlt es sich, auch sämtliche Partner / Kollegen / Viertelmitbewohner mit solchen Hemden auszustatten, um so ein WLANanzeigefähiges Gegenüber zu haben. Im Bestfall erspart man sich dadurch das Selbsttragen, denn der klassische T-Shirt-Schnitt ist zumindest für Frauen wenig kleidsam.

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Die klugen Leute von Boing Boing Gadgets, wo ich das Funktionsshirt gefunden habe, wünschen sich fürs nächste Update eine Zusatzanzeige für offene Netze. Dem kann ich mich nur anschließen.


Julia Ritter in • AlltagKonsumKultur am 06. Oktober 2007
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Nokia vs. Apple

In New York freuen sich Nokia-Fans und iPhone-Desillusionierte über eine Posterkampagne von Nokia:

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Das findet ja vielleicht auch die Zustimmung des überaus charmanten Betreibers von The Best Page in the Universe, der die meiner Meinung nach überzeugendste und unterhaltsamste iPhone-Kritik überhaupt geschrieben hat. 

Zum Hintergrund: In den USA mussten viele iPhone-Besitzer feststellen, dass ihre Geräte nach einem Firmwareupdate nicht mehr funktionierten, weil sie Programme von Drittanbietern drauf hatten. Laut Apple hatten sie damit ihre Garantieansprüche verwirkt und sind nunmehr im Besitz von sehr teuren Briefbeschwerern. Offensichtlich erwirbt man bei Apple mit dem Kauf eines Telefons nicht das Recht, das Gerät so zu benutzen, wie man gerne möchte.

Foto: Boing Boing


Julia Ritter in am 04. Oktober 2007
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Das Fähnlein Fieselschweif Handbuch fürs Internet

- so nannte der Rezensent von Isn’t Life Terrible (schöner Blogname) das Buch Rule the Web von Boing Boing-Gründer Mark Frauenfelder,  (bisher nur auf Englisch erschienen; ob und wann es eine deutsche Übersetzung geben wird, weiß ich nicht).

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Mich hat Rule the Web schon dadurch restlos überzeugt, dass ich jetzt weiß, wie ich die Filme von meinen DVDs in meinen iPod kriege (man beachte das Possessivpronomen - alles völlig legal) - eine sehr langwierige aber letztlich glücklich machende Angelegenheit. Das ist natürlich nur ein winzig kleines Kleinod aus dem riesigen Schatz an schönen Dingen, die man mit und im Internet so machen kann. Und da sich das stündlich ändert, gibt es Rule the Web nicht nur als Buch, sondern auch als Blog bzw. Podcast und Show.

Wer dann immer noch nicht genug hat, kann sich die überwältigende Linksammlung von Mashable zu Gemüte führen: 5000+ Resources to Do Just About Anything Online”.


Julia Ritter in • KulturMedien am 04. Oktober 2007
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