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In den Pilzen

Ab und zu braucht man - und “man” bedeutet in den allermeisten Fällen “ich”, man (haha) denke nur an die vielen Interviews auf Privatsendern oder mit Fußballspielern, die Dinge sagen wie “da fühlt man sich schon unter Druck” - aber ich schweife ab, also: Ab und zu braucht man ein bisschen Erholung von der großen, lauten Stadt. Nicht zuviel Erholung, das wird schnell langweilig, vor allem wenn man (so wie ich) auf dem Land aufgewachsen ist und damit sozusagen schon mit 16 genug ländliche Erholung für ein ganzes Lebensalter hatte. Dann reicht ein kleiner Ausflug ins Umland, der durch den added benefit der kostenlosen Nahrungsmittelbeschaffung noch attraktiver wird. Und deswegen war ich letztes Wochenende in den Pilzen. Die gab es haufenweise und sie schmeckten gut. Nicht diese hier:

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Aber diese:

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Wie Wiglaf Droste einmal sinngemäß schrieb: Die schlimmsten Feinde des Pilzesuchers sind die Schnecken und die Rentner. Beide schienen nicht in großen Zahlen unterwegs gewesen zu sein, denn es gab massig Pilze, von denen allerdings sehr viele einfach matschig waren. Weitere Bedrohungen für Pilz und Pilzfreund scheinen also zuviel Feuchtigkeit und Schimmel zu sein. Der Pilz ist des Pilzes Feind, so ist das.


Julia Ritter in • AlltagBerlin am 30. September 2007
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McDonald’s in der Wrangelstraße

Nun hat also McDonald’s, einer der wenigen Läden in Deutschland, dessen apostrophierter Name nicht von Deppentum, sondern von seiner tatsächlichen anglophonen Herkunft zeugt, in Kreuzberg ein Filiale eröffnet und es ist, soweit ich weiß, bisher rein gar nichts Schlimmes passiert. Das kann sich natürlich bald ändern, wenn in der gegenüberliegenden Berufsschule die Böden unter der Last der vielen supersized Berufsschüler einbrechen, aber ich glaube nicht - das Gebäude wirkt sehr solide und die meisten Berufsschüler eher sportlich.

Im Gegenteil hat das neue McDonald’s-Restaurant (oder ist es ein McCafé? Oder beides? McDonald’s hat das mit der Namensgebung übrigens echt schon seit Jahrzehnten raus, lange vor Apple mit dem dämlichen und dazu noch häufig kopierten “i” - aber das ist ein anderes Thema), also “der McDonald’s” jedenfalls hat bereits kulturelle Spuren hinterlassen, und das sogar schon ein paar Tage vor der Eröffnung:

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Ich finde, das Bild (also das Gemälde, man muss etwas genauer hingucken) hat was Hoppereskes, nur dass keine einsamen Leute drauf sind. Ist das nun Kulturimperialismus - amerikanische Fast Food-Kultur inspiriert zu amerikanischem Realismus?


Julia Ritter in • AlltagBerlinKultur am 16. September 2007
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Am 15. Oktober ist Blog Action Day

Die Schöpfer des besten Freelancer-Blogs aller Zeiten in ihrer Weisheit und ihrem unermesslichen Glauben an die Macht des Bloggens haben sich vor einiger Zeit etwas Neues ausgedacht und den “Blog Action Day” ins Leben gerufen, um so durch simples Bloggen die Welt ein bisschen zu verbessern.

Idee des Blog Action Day ist es, dass an einem bestimmten Tag (nämlich in diesem Fall am 15. Oktober) alle teilnehmenden Blogger über ein bestimmtes, vorher festgelegtes und idealerweise weltverbesserndes Thema bloggen. Damit soll Aufmerksamkeit geschaffen werden - für das Thema ebenso wie für das Medium Blog, auch als vernetztes Phänomen - und natürlich auch ein Haufen brauchbaren Wissens zusammengebracht werden.

Das Thema für den 15. Oktober 2007 ist die Umwelt (im Sinne von: Klimawandel, Umweltschutz, all das, wofür sich schon halb Hollywood so nobel einsetzt)

Wer am Blog Action Day teilnehmen möchte, kann sein Blog hier anmelden und hier gibt es auch die flotten Banner in diversen Größen und Formen.


Julia Ritter in am 16. September 2007
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Und wieder ein ausgebranntes Auto in Kreuzberg

Ein erschreckendes Bild bot sich heute in der Alten Jakobsstraße in Kreuzberg. Wieder einmal ist ein Auto einem Brandanschlag zum Opfer gefallen - und der gemeine Berliner scheint inzwischen so abgestumpft gegenüber diesem allgegenwärtigen Bild der Zerstörung, dass nur unsere Fotografiererei ein kleines bisschen Aufmerksamkeit erregte, nicht aber das völlig ausgebrannte Autowrack:

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Und das ausgerechnet direkt neben der Freien Waldorfschule.

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Julia Ritter in • AlltagBerlin am 12. September 2007
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840 Seiten (ca. 1,5 kg) Mode

Gestern stand auf meinem Briefkasten die September-Ausgabe der U.S. Vogue. Sie stand drauf, weil sie nicht reinpasste. Denn sie hat (und das kommt jetzt nicht mehr als große Überraschung) einen Umfang von 840 Seiten, ist 3 cm dick und wiegt, gemäß einem inoffiziellen Gewichtsvergleich mit einer 1,5l-Aldiwasserflasche (ja, das ist die Post-Postmoderne, wie sie leibt und lebt, Aldi und Vogue) ca. 1,5 kg. Das ist ein ziemlicher Haufen Mode. Und vor allem Modeanzeigen. Hunderte mehr oder weniger grandioser Fotos (der Trend geht dabei ganz offensichtlich in Richtung schwarz und schattig) und Tausende Taschen, Schuhe, Jacken, Mäntel, Kleider, Strümpfe, Wäsche, Röcke, Hosen, Roben, Blusen und anderer Kleidungsstücke und Accessoires.

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Das Schöne an der Vogue und der Grund, weshalb sie anders als andere blöde Frauenzeitschriften überhaupt keine schlechte Laune und Minderwertigkeitsgefühle verursacht, ist, dass sie erstens eben keine Frauenzeitschrift ist, sondern eine Modezeitschrift. Und zweitens (eine direkte Folge von erstens), dass sie überhaupt nicht vorgibt, dass die Leserin so sein könnte und sollte, wie die ganzen Models, Supermodels, Schauspielerinnen und/oder Society Ladies, die die ganzen schönen Klamotten anhaben.
Nein, die Welt der Vogue ist ein Paralleluniversum, eine Kunstwelt. Natürlich kann ich als Leserin (leider nur theoretisch) ebenfalls unglaublich reich und einflussreich sein oder werden, aber ich muss dazu nicht automatisch wunderschön sein.
Reich reicht.
Und wenn ich nicht reich bin, macht das auch nichts. Die (U.S.) Vogue belästigt ihre Leserinnen nicht mit Diättipps oder anderen öden Rezepten, Flirt-Tests oder strunzlangweiligen Bilderstrecken Anti-Cellulite-Training vorturnender Models. Das wäre viel zu distanzlos, und das würde sich die meist über-30-jährige Leserin vermutlich auch verbitten. Und deswegen ist die Vogue cool. Dekadent, nicht unbedingt weltverbessernd, aber cool.


Julia Ritter in • KonsumKulturMedien am 10. September 2007
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o.weh.

Man kann damit reiten, Tennis spielen und - ach ja! - sogar schwimmen. Allerdings scheint man dabei Gefahr zu laufen, wirklich die gesamte “blaue Kontrollflüssigkeit” aufzusaugen:

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Vielleicht sollte o.b. diese Anzeige wirklich* mal schalten. Ist auf jeden Fall lustiger als der übliche “Freiheit und Hygiene”-Kram.

* Sie ist nicht echt. Jedenfalls gibt es keine Domain http://www.ob.com. Leider.

Fundort: Adrants


Julia Ritter in am 09. September 2007
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Der Goldene Kompass

Leider, leider wurde Der Goldene Kompass ja nun mit Bond-Darsteller-Darsteller Daniel Craig verfilmt. Aber die Website ist trotzdem sehr schön geworden. Und es gibt auch eine deutsche Fassung (die Trailer allerdings nur auf Englisch).


Julia Ritter in • AlltagKultur am 04. September 2007
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Urheber- und Nutzungsrechte bei Harry Potter

Texter schreiben Texte im Auftrag für Kunden, die für die Texte bezahlen. Urheber der Texte bleibt jedoch der jeweilige Texter, der dem Kunden nur die Nutzungsrechte an den Texten verkauft. Der Kunde darf dann z.B. die Texte für seinen Internetauftritt verwenden. Nicht unbedingt aber für seine Unternehmensbroschüre. Oder umgekehrt. Das ist Kunden nicht immer leicht verständlich zu machen, aber es ist wahr. Man kann natürlich auch umfassende Nutzungsrechte für alle möglichen schon existierenden und eventuell noch zu erfindenden Medien verkaufen, nur ist das dann teurer.

Also ist das Urheberrecht wichtig für Leute, die von ihren Texten/Bildern/Musikstücken/etc. leben müssen oder möchten. Auf der anderen Seite gibt es die Bewegung, das Urheberrecht (Copyright) einzuschränken, um so dem Wissen und der Kreativität freien Raum zu lassen. Dieser Ansatz richtet sich allerdings weniger gegen die unveräußerlichen Urheberrechte einzelner Kreativer als vielmehr gegen Unternehmen, die einen Großteil des (pop)kulturellen Erbes unter Verschluss halten wollen. Um mal etwas Pathos in die Sache zu bringen. Und es gibt den Creative Commons-Ansatz: Künstler, Programmierer, Wissenschaftler, Schriftsteller etc. geben die Rechte an ihren Werken teilweise frei, um anderen die (Weiter)arbeit damit und daran zu ermöglichen und so kreative Gemeinschaftsproduktionen zu schaffen (extrem verkürzt ausgedrückt).

Warum ich das alles erzähle?

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Weil es einen interessanten Rahmen für diesen Ausschnitt aus dem neusten Harry Potter Band gibt, in dem es nämlich genau um die Erschaffung von vorher nicht Dagewesenem, um Auftragsarbeit und Besitzrechte geht (und ich hoffe mal, dass das Zitat hier unter die “fair use”-Regelung fällt):

“You don’t understand, Harry, nobody could understand unless they have lived with goblins. To a goblin, the rightful and true master of any object is the maker, not the purchaser. All goblin-made objects are, in goblin eyes, rightfully theirs.”
“But if it was bought—”
“—then they would consider it rented by the one who had paid the money. They have, however, great difficulty with the idea of goblin-made objects passing from wizard to wizard. You saw Griphook’s face when the tiara passed under his eyes. He disapproves. I believe he thinks, as do the fiercest of his kind, that it ought to have been returned to the goblins once the original purchaser died. They consider our habit of keeping goblin-made objects, passing them from wizard to wizard without further payment, little more than theft.”

(Rowling, J.K. Harry Potter and the Deathly Hallows. London: Bloomsbury, 2007, p. 418.)

Also vergeben die Goblins auch nur Nutzungsrechte. Keine Ahnung, zu was mich das nun macht, aber ich finde es interessant.


Julia Ritter in am 03. September 2007
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