Die Symptome sind vielseitig und können sich schleichend ansammeln: Bloglines, technorati und Co. als Startseite, schwere psychische Beschwerden bei DSL-Ausfall, nervöse Übersprungshandlungen nach längerer Blogabstinenz, das Gefühl, eine Sache nicht wirklich erlebt zu haben, wenn sie nicht Stunden später Millionen (oder doch eher sieben?) potenziellen Lesern online mitgeteilt werden können. Die Diagnose: Blogsucht.
Ob man davon be- oder ihr anheim gefallen ist - und wie stark - kann man jetzt online (in einem ansonsten eher abschreckenden Dating-Blog) feststellen - mit Hilfe dieses Tests.
Eigentlich wollte ich nun auch das Bildchen mit meinem Testergebnis hier reinkleben, aber der Code scheint nicht zu funktionieren. Macht nix, bleibt es eben privat, wie sich das für Testergebnisse aller Art gehört.
Gefunden bei: Daily Blog Tips
Julia Ritter in
• Kultur am 30. Juni 2007
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Wenn es ums Bloggen und auch um strikt kommerzielle Webprojekte geht, lautet das Erfolgsrezept immer: wertvolle Inhalte bieten! Seltsamerweise scheint dieses Grundprinzip in der “klassischen” Werbung überhaupt nicht gefragt zu sein. Umso packender sind diese Printanzeigen für den Singapore Hospice Council. Nur Text. Und was für welcher.
Fundort: AdArena
Julia Ritter in
am 23. Juni 2007
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Gestern endlich habe ich David Lynchs Evil Inland Empire gesehen, der dafür, dass man eigentlich nicht so richtig durchblickt, was das alles soll, erstaunlich spannend war. Glücklicherweise hatte ich vorher nichts bis auf einen winzig kleinen, aber entscheidend wichtigen Interviewschnipsel darüber gelesen, in dem (zumindest in meiner Erinnerung) Lynch erklärt, dass er selbst seine Filme auch nicht so richtig verstehe. So fiel der Deutungsstress komplett weg und was blieb, war das Staunen und die folgenden Eindrücke:
- Laura Dern kann ihr Gesicht immer noch genau so verzerren wie vor über 20 Jahren in Blue Velvet.
- Lynch mag es, wenn Menschen - vorzugsweise Frauen - durch dunkle Räume gehen.
- So ungefähr eine Stunde in der Mitte hätte auch rausgeschnitten werden können.
- Nach Filmen, die wie (Alp)Träume sind, muss man besonders lange schlafen.
- Hollywood, auch Off-Hollywood, hat eine komplexe Beziehung zu Hasen:
Inland Empire
Donnie Darko
Mein Freund Harvey
Mein Begleiter hat übrigens 10 Minuten vor Schluss, sozusagen auf der Zielgeraden, die Nerven verloren und den Kinosaal fluchtartig verlassen. Er empfing mich draußen vor dem Kino mit der Frage “und, wie ist es ausgegangen?”, die ringsum für Heiterkeit sorgte. So ein Film ist das.
Julia Ritter in
• Kultur am 23. Juni 2007
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Manchmal kommt der Moment, da man auch dem letzten Stück ästhetischer Integrität einen Abschiedskuss geben und sich dem Unvermeidlichen fügen muss. Zum Beispiel, wenn man trotz flächendeckender Blasenbildung nicht ganz aufs Gehen verzichten möchte. Und so kaufte ich mir denn ein paar dieser laut Insiderinformationen in Australien extrem verbreiteten Crocs:
Sie sind so bequem und extrem leicht, wie sie häßlich sind. Und sie kamen mir vage bekannt vor. Warum, ist mir erst klar geworden, als ich sie im Dunkeln sah. Hier der direkte Vergleich:
Crocs
Jason Voorhees
Julia Ritter in
• Alltag
• Konsum
• Medien am 14. Juni 2007
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Die Geld-zurück-Garantie für Klopapier. Die gibt zewa seinen Kunden und Klopapierkäufern mit auf den Weg. Sie möchten allerdings nicht das beanstandete Produkt zugeschickt bekommen, sondern nur den Kassenbon (also immer gut aufbewahren beim Klopapierkauf) und eine Erklärung, was denn nun mit dem Produkt nicht gestimmt hat. Der Fäkalsprache sollte man sich dabei vermutlich enthalten.
Nein, dies ist nicht die zewa-Zentrale für Produktreklamationen
(Foto: flickr / Macco Macclesfield)
Julia Ritter in
• Alltag
• Konsum am 13. Juni 2007
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Seit mittlerweile etwas über 2 Monaten gibt es Freelance Switch, das beste Blog für Freiberufler, das ich bisher gesehen habe, was vielleicht nicht allzu viel aussagt, weil ich noch nicht so viele gesehen hab. Aber es ist auch so ziemlich das beste Blog für Freiberufler, das ich mir vorstellen kann. Zu den jüngsten Beiträgen zählen Perlen wie:
- How NOT to Apply for a Freelance Position
- Top Ten Signs You May Be Charging Too MUCH (gab’s auch schon mit too little, da war das Nummer-Eins-Warnsignal, dass man zu billig sein könnte: “Companies have been calling from India wanting to outsource their work to you.”)
- How to Become a Freelance Blog Writer
Aufmerksame Leser werden es bereits bemerkt haben: Dieses wunderbare Blog gibt es nur auf Englisch. Aber das ist doch mal eine gute Gelegenheit “to brush up your English”, wie die Sprachlehrer so gerne sagen. Im Übrigen hat Freelance Switch ein angenehmes Design und überfordert nicht zusätzlich mit Tausenden von Funktionen ungewisser Herkunft und Nützlichkeit. Nein, hier ist tatsächlich so ziemlich alles nützlich.
Julia Ritter in
am 12. Juni 2007
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Bisher habe ich Apples Safari nur auf dem Mac benutzt, zuerst, weil er schon drauf war und dann, weil er gut funktioniert. Jetzt gibt es Safari 3 als Public Beta für Mac und Windows zum kostenlosen Download.
Laut Apple ist Safari der schnellste Browser und interessanterweise um Einiges schneller als Firefox. Das ist mir bisher nicht so aufgefallen, aber ich finde die Bookmark-Funktion sehr praktisch und bin gespannt auf “SnapBack”: Ein Icon, mit dem man bei Suchen mit dem neuen Safari direkt zur Ergebnisseite zurückspringen kann, nachdem man sich vorher durch Gott und die Welt geklickt hat. Und man kann “privat” surfen, sodass man nicht hinterher den (die?) Cache leeren und die Historie löschen muss. Falls man z.B. vom Angestellten-Arbeitsplatz aus nach einem neuen Job gesucht oder aber völlig harmlos nach einem Überraschungsgeschenk für den Rechnermitbenutzer gegoogelt hat. Ganz abgesehen davon ist Safari einfach schön übersichtlich.
Julia Ritter in
am 12. Juni 2007
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Mein iPod mini ist gestorben. Er hat die Garantiezeit nur knapp überlebt, dann hat ihn ein Festplattenfehler hinweggerafft (die Einzelheiten zu schildern, wäre zu schmerzvoll). Im Apple-Support-Forum gab es auf mein verzweifeltes Hilfegesuch nur eine Antwort von jemandem, dem genau das gleiche passiert ist. Es gibt keine E-Mail-Adresse, über die man Apple direkt kontaktieren kann. Es gibt keine einfache und nicht-umständliche Methode, meine iTunes-Bibliothek auf einen anderen MP3-Player zu spielen.
RosiPod (2005 - 2007)
Aber das Schlimmste ist: Ich will überhaupt keinen anderen MP3-Player! Um nicht zu sagen: Ich war schon einen Mausklick davon entfernt, mir kurzerhand einen neuen iPod zu kaufen. Und das, obwohl mein erster mich nach knapp über zwei Jahren schnöde im Stich gelassen hat und der Hersteller sich für die Probleme seiner Kunden nicht im geringsten zu interessieren scheint (das Hilfeforum bei Apple lebt in erster Linie von den Benutzern, die sich gegenseitig unentgeltlich helfen. Wenn sie können.) Denn abgesehen von der guten Werbung macht Apple eine entscheidende Sache richtig: Sie stellen ein so gutes und schönes Produkt her, dass man, wenn man es einmal hatte, nicht wieder drauf verzichten kann. Selbst wenn es viel zu früh kaputt geht.
Und darum bin ich Apple-Junkie. Wie so viele andere. Mir ist es egal, ob ich ausgenommen und verarscht werde, ich bin angefixt. Ich hatte einmal einen iPod und jetzt will ich wieder einen, ich will nie, nie, nie einen anderen Player.
Ich brauche keine Entziehungskur. Ich brauche keine Hilfe. Ich brauche einen neuen iPod.
Julia Ritter in
• Alltag
• Konsum am 09. Juni 2007
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Im sympathischsten Comicladen der Stadt habe ich heute den aktuellsten Sammelband des US-Comics Doonesbury von Gary B. Trudeau gefunden. Doonesbury ist in Deutschland weitestgehend unbekannt, was angesichts der sehr amerikaspezifischen Inhalte zwar kein Wunder, aber trotzdem schade ist.
Der Strip erscheint seit mittlerweile 37 Jahren täglich in den meisten großen und einer Reihe kleinerer amerikanischer und britischer Zeitungen und ist aus verschiedenen Gründen einzigartig:
Doonesbury ist eine einzigartige Chronik der amerikanischen Zeitgeschichte seit 1968. Wer wissen will, was mit Watergate los war, oder beim Savings&Loans-Skandal, oder wie noch mal dieser babyblauäugige Vize von Bush senior hieß, oder was die anderen Amerikaner, die den Antiamerkanismus nicht verdient haben, so denken, der sollte Doonesbury lesen. Man muss sich nicht durch alle 37 Jahre arbeiten (bei einem Strip täglich mit Unterbrechungen ein Kolossalunterfangen) und man sollte etwas Geduld mitbringen, um sich einzufinden, aber es lohnt sich auf jeden Fall.
Die Hauptfiguren sind Angehörige der Baby Boomer-Generation, die im Laufe der Jahre altern, heiraten, sich scheiden lassen, arbeitslos werden, in den Krieg ziehen, etc. Das ist selten in Comics, es bringt die Endlichkeit ins Spiel, die in den sonst sehr statischen Settings außen vor bleibt. Und es erlaubt Trudeau, immer aktuell zu bleiben.
Trudeau ist kein großer Fan der Bushs. Vielleicht schätzt er sie als Realsatire und Materialquelle. Dem neuen Band, Heckuva Job, Bushie! ist wie vielen anderen auch ein Bush-Zitat vorangestellt, in diesem Falle:
“Our enemies are innovative and resourceful, and so are we. They never stop thinking about new ways to harm our country and our people, and neither do we.”
Das erklärt doch einiges.
Die tägliche Dosis Doonesbury gibt es hier (sollte es jedenfalls! Gestern gings, heute nicht). Die Bücher beim Comicladen Ihres Vertrauens oder bei amazon.
Julia Ritter in
• Alltag
• Kultur
• Medien am 07. Juni 2007
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Bloggen schafft Öffentlichkeit, verbindet, eröffnet Diskurse und Dialoge, lässt Blogautoren und Kommentatoren in Kontakt treten, ist ein guter Weg, Informationen und Meinungen zu verbreiten und überhaupt sehr sozial im Sinne von Gemeinschaft-stiftend.
Aber angenommen, man will das alles nicht? Weil man nicht zu allem, was man schreibt und denkt, gleich die Meinung anderer Leute hören will oder weil man lieber von Angesicht zu Angesicht kommuniziert oder weil man schüchtern ist oder misstrauisch oder nicht an die Intelligenz der Massen glaubt?
Auch Introvertierten, Misanthropen und anderen, die einfach nur mal in Ruhe nachdenken wollen, bietet ein Blog einige unschlagbare Vorzüge:
1. Ein Blog ist ein Ventil für kreative Schreibergüsse. Das ist ein Notizbuch oder eine einfache Worddatei auch, aber die bieten nicht diesen instant satisfaction-Effekt, der eintritt, wenn man das eben Geschriebene quasi druckfrisch im Internet sieht (obwohl natürlich Moleskine & Co. auch nicht zu verachten sind).
2. Ein Blog, vor allem eins mit einer sinnvollen Katergorienstruktur, ist ein super Archiv für eigene Gedanken und Ideen.
3. Ein Blog ist ein work in progress, man kann immer weiter daran arbeiten, auf vorherige Einfälle zurückgreifen und aus dem Material alle möglichen anderen Veröffentlichungen zusammenstellen.
4. In einem Blog kann man alle möglichen Informationen zusammenstellen und sammeln:
- Links
- Fotos
- Texte
5. Ein Blog kann eine Art multimediale Themensammlung sein.
... und das alles, ohne dass irgendjemand außer dem Autor darauf Zugriff hat.
Ehrlich gesagt glaube ich allerdings, dass auch der schüchternste Nur-für-sich-Blogger irgendwann zu dem Punkt kommt, zumindest zu überlegen, ob das alles nicht vielleicht auch noch Andere interessieren könnte.
Julia Ritter in
am 05. Juni 2007
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