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Der lange Schwanz hat für mich gewedelt

Das Long Tail-Phänomen ist ja das, was eintritt, wenn Angebot und Nachfrage von Produkten, die jenseits des Massengeschmacks oder -bedarfs liegen, aufeinandertreffen. Beziehungsweise, um es verständlicher auszudrücken: Wenn ein Anbieter in Rancho Cucamonga, Kalifornien, ein Produkt hat, das eine Kundin in Kreuzberg, Berlin, gerne hätte. Und wenn der Anbieter, wie in meinem Fall, dann auch noch so einen exzellenten Kundendienst hat, dass er extra für diese Kundin (und alle nun eventuell folgenden) sein Bestellformular so umbaut, dass es nun auch Bestellungen ins Ausland zulässt. Dann hat der lange Schwanz (no pun intended) freundlich gewedelt. So viel Service findet man selten, im Gegensatz zu der Handtasche, um die es nämlich ging:

Texte von Textferry.de

Die gibt es auch bei macys.com (direkt oder über amazon.com), nur liefert macy’s eben nicht ins Ausland und lässt Interessenten aus dem Ausland noch nicht mal Fragen stellen, denn um eine Frage zu stellen, muss man sich dort mit US-Adresse anmelden. Viel lieber habe ich mich da an den sehr freundlichen Gary von wholesale-to-u.com gewendet, der meine Adresse nur haben wollte, um mir die Tasche zu schicken, die heute - yippiiee! - wohlbehalten angekommen ist. Günstiger als bei macy’s war sie übrigens auch. Und was lernen wir daraus: Beim Long Tail geht es nicht nur darum, dass Nischenangebote auf Nischennachfrage stoßen, sondern auch um die Bereitschaft, die Nachfrage - egal. woher sie kommt - mit dem vorhandenen Angebot zu befriedigen. Nischenkundenservice sozusagen.


Julia Ritter in • AlltagKonsum am 29. Mai 2007
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Das braucht die Welt

Bevor ich mich in die Pfingstferien begebe (eigentlich ja der Feiertag aller Übersetzer und sonstigen Kommunikationsexperten, oder? Wegen des In-Zungen-Redens, meine ich), hier noch zwei absolut unentbehrliche Gegenstände, die das Leben schöner oder vielleicht auch nur sonderbarer machen:

Das Keyboard-Waffeleisen

Texte von Textferry.de

Für wunderbar leckere Keyboards, und zwar kabelfreie (also die Keyboardwaffeln sind kabelfrei, nicht das Waffeleisen). Vielleicht gibt es ja sogar schon Rezepte für Waffeln aus der Krümelernte, die ungefähr alle paar Wochen aus dem echten Keyboard fällt.

Gesehen bei Treehugger

Die Freisprechanlage mit beweglichen Lippen

Texte von Textferry.de

Dieses Ding ist der eher verstörende Verwandte von tanzenden Coladosen-Radios und diesen merkwürdigen Sonnenblumendingern, die bei Musik wackeln. Man clipst den Lautsprecher einfach an das Handy und kann je nach Naturell fasziniert, begeistert oder entstetzt beobachten, wie sich die Lippen zum Gespräch mitbewegen.

Gefunden bei Popgadet


Julia Ritter in • AlltagKonsum am 25. Mai 2007
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Zwangsbeglückung für Topverdiener

Auf einer der letzten w&v-Ausgaben klebte eine Postkarte, die den Werbern unter den Lesern versprach “Wer RICH liest, kann sich Luxus leisten.” Denn RICH, “Deutschlands erstes Statusmagazin” wird nur an ausgewählte Top-Verdiener-Haushalte verschickt. Ob sie wollen oder nicht. Um möglichst viele Reiche zu erreichen, wird dann auch noch alle zwei Monate rotiert. Also bekommen ab September 100.000 Topverdiener jeweils zweimal eine Ausgabe von etwas, das sich wohl am besten als Einkauf aktuell meets Vogue beschreiben lässt, und dann sind die nächsten 100.000 dran. Laut RICH ist das “Limitierung als Vertriebskonzept”. Klingt ein bisschen nach Verknappung, um die Nachfrage anzukurbeln, aber nachfragen kann man ja nicht, RICH kommt oder kommt nicht frei Haus, nehme ich an - don’t call us, we’ll call you.

Und das alles, um Werbung für Luxusartikel an die zahlkräftige Zielgruppe zu bringen.

Aber wieviele der Bestverdienenden haben überhaupt Lust, ein Magazin zu lesen, dass sie gar nicht bestellt haben? Hofft die RICH Germany AG, dass sich der Topverdiener, dessen Haushälterin ihm das “Statusmagazin” mit der Post überreicht (falls sie es nicht vorher als Junkmail aussortiert hat), so freut, zu den Auserwählten der Republik zu gehören, dass er ganz feuchte Hände bekommt und begierig die Seiten nach Luxusgeschenktipps durchblättert? Ach, liebe alteingesessenne Hanseatenfamilien, tut mir das nicht an! Schenkt das Ding dem Personal, lest die Medien Eurer eigenen Wahl und lasst Euch nicht von einem so plump benannten Werbeumfeldblättchen verarschen.

Texte von Textferry.de

Quelle: RICH Germany AG, die das Bild so verstanden wissen möchte: “Das RICH-Magazin liegt auf dem Beifahrersitz eines edlen PKWs”


Julia Ritter in am 24. Mai 2007
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Sisters are doing it for themselves

Blut ist dicker als Wasser, aber selbst wenn das nicht so wäre, würde ich mir den Hinweis auf das ritter-blog nicht verkneifen. Demnächst auch in der Blogroll, aber jetzt muss ich erstmal los, ein Zugticket kaufen, damit ich meine liebste Schwester auch mal persönlich sehe (und wie gut, dass wir zwar Hanseatinnen sind, aber nicht aus Rostock stammen, da kommt man ja gar nicht mehr hin neuerdings).


Julia Ritter in • Kultur am 24. Mai 2007
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T-Shirts, die alles verraten

Eigentlich stehen mir die meisten T-Shirts nicht (unvorteilhaft geschnitten, zu enger Halsausschnitt) und T-Shirts mit Aufdruck sind ja auch etwas fragwürdig, aber (und hier musste ein aber kommen) dieses schön fiese Spoiler-Shirt geht mir nicht mehr aus dem Sinn. Denn erstens kann man sich ganz wunderbar wissend fühlen, wenn man alle poopkulturellen Bezüge richtig zuordnen kann und zweitens sorgt es vermutlich für mehr Gesprächsstoff als das flotteste Newcomer-Designerteil:

Texte von Textferry.de

Weniger graphisch ist diese Variante, die dafür mehr Erläuterungen mitliefert:

Texte von Textferry.de

Das erste gibt es hier, das zweite hier, die haben sogar noch eine weitere Version. Und gefunden hab ich das alles mal wieder hier.


Julia Ritter in • AlltagKonsumKultur am 23. Mai 2007
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Dynamitwellenreiten

Surfen auf dem Dorfteich bzw. Binnensee: Vielleicht sollten sie sowas auch mal hier um die Ecke im Engelbecken versuchen. Oder vielleicht lieber nicht; die Schildkröten, die irgendjemand mal da drin ausgesetzt hat, würden es wohl nicht überleben. Jedenfalls ist dies ein ziemlich guter Spot für Quicksilver Surfwear, gefunden bei Coolz0r.


Julia Ritter in am 21. Mai 2007
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Blogbeschleunigung

So. Der Providerwechsel ist vollbracht. Nachdem die Hauptseite mit beiden Blogs nun umgezogen sind, bestens betreut von blogwork.de, geht überall alles schneller, hier wie nebenan bei textfairy und natürlich auch bei textferry. Nun muss die werte Leserschaft nicht jedes Mal einen Kaffee trinken gehen / den Router überprüfen / alle empfohlenen Bücher lesen, bevor die nächste Seite sich aufgebaut hat. Viel Spaß!


Julia Ritter in am 21. Mai 2007
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Writer’s Block? Writer’s Block!

Schreibblockaden sind unangenehm und frustrierend. Wenn man für Geld schreibt, können sie sogar teuer werden. In den meisten Fällen erzeugt eine drohende Deadline genug Druck, um die Blockade zu sprengen. Manchmal aber nicht. Und dann gibt es ja auch noch die Dinge, die man gerne schreiben möchte, auch wenn kein Kunde / Leser händeringend drauf wartet. Also muss Abhilfe her.

Jason Rekulak hat einen kleinen Klotz von Buch (Maße : 7,7 cm x 7,7 cm x 7,4 cm) “geschrieben”, denn er geistreicherweise “The Writer’s Block” nennt. Auf 672 Seiten gibt er einen Haufen jeweils sehr kurzer und dafür umso nützlicherer Tipps bzw. Anregungen. Mal sind es nur “Spark Words” mit passenden Fotos, mal mögliche Themen, mal kleine Anekdoten über die Schreibgewohnheiten berühmter Autoren und Autorinnen.

Nun mag ich eigentlich keine Schreibübungen à la “Stell Dir Deine Figur beim Waschmitteleinkauf vor” - welche Figur ist da ja oft schon die erste Frage, und die zweite, wie mich das Waschmitteleinkaufsverhalten dieser Phantomgestalt näher bringen soll. Ganz abgesehen von der dritten Frage, wozu ich eigentlich eine Figur brauche, also eine fiktionale jetzt, wenn ich doch eigentlich was ganz anderes schreiben will oder sollte. Aber Rekulak erspart seinen Lesern eben genau diese schreibkurstypischen Aufgaben und regt stattdessen die Fantasie an. Und wenn einem eine Idee nicht gefällt, blättert man eben einfach weiter zu irgendeiner anderen. Auch wenn ich oft überhaupt keinen seiner Tipps konkret umgesetzt habe, haben sie mich doch fast immer soweit abgelenkt, amüsiert oder sogar inspiriert, dass es erstmal wieder geklappt hat mit dem Schreiben. 


Julia Ritter in am 18. Mai 2007
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Heute bleibt die Küche kalt

Zuerst haben die Japaner Reis entwickelt, den man durch Zugabe von kaltem Wasser (und ohne Herd) kocht: “Hotto! Raisu”, so gelesen bei Boing Boing und Riesenmaschine, und nun sehe ich - ebenfalls bei Boing Boing, ich treue Seele -, dass McDonald’s seine McChicken neuerdings auch mal roh serviert. Das ist nicht viel ekliger als alles andere - sehr aufschlussreich der Kommentar der Geschädigten “I didn’t expect good food, but I did expect cooked food” - aber dafür ein mutiger Vorstoß in Richtung Klimaschutz.


Julia Ritter in • Kultur am 17. Mai 2007
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Was ist ein “marital aid”?

Faszinierend an diesem Boing Boing-Posting sind nicht nur den Link zur Gummipuppenherstellung (siehe dort) und die Überlegungen zum Arbeitsalltag eines Pornostars. Viel, viel faszinierender ist das Vokabular. Ein “marital aid” nämlich ist eine Fickpuppe

Gummipuppe und “intimate gadgets” sind das, was man sonst noch so nach Körpervorlage aus Gummi herstellen kann. “Intimgeräte” gibt es übrigens auch auf Deutsch, “Ehehilfe” aber nur psychologisch, und wenn man nach beidem zusammen googelt, bekommt man die Gegenfrage: “Meinten Sie: ehehilfe atemgeräte
Ja, vielleicht.


Julia Ritter in • AlltagKultur am 04. Mai 2007
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